Die drei Apostelfiguren aus Sandstein stammen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und sind jeweils 80 cm hoch. Dargestellt sind die Apostel (von links) Johannes, Petrus und Jakobus der Ältere. Sie erscheinen mit ihren charakteristischen Attributen: Petrus mit Buch und Schlüssel, Johannes mit einem Kelch als Hinweis auf den Giftanschlag auf ihn und Jakobus mit Pilgerstab sowie der Pilgermuschel als Mantelschließe. Die drei „Säulen der Kirche“ stehen in einem gotischen Giebelfeld mit dreiteiligem Maßwerk und drei Vierpässen als oberem Abschluss. Es sind jene drei Apostel, die Jesus auf den Berg Tabor mitnahm, wo sie ihn in einem völlig neuen, strahlenden Licht sahen. Sie waren es auch, die er vor seiner Kreuzigung bat, ihn in den Garten Gethsemane zu begleiten und mit ihm zu wachen. Doch den flehentlich Betenden, der mit dem Vater rang, erlebten sie nicht, weil sie einschliefen und nicht bei ihm wachten. So rufen sie heute die in die Kirche Eintretenden zur Wachsamkeit für das Wort Jesu und für seine liebende Hingabe in der Eucharistie auf.
Wolfgang Acht
Über den seitlichen Schnitzbildern im Mittelteil des Annenaltars sieht man eine Verkündigungsgruppe: links der jugendliche Engel, rechts Maria, in einem Buch lesend, vor einem Betstuhl. Diese Gruppe gehörte nicht zur ersten Ausstattung, sondern wurde wohl erst im 19. Jh. dort platziert.
Doch man hat einen guten Platz für die Gruppe ausgewählt, wird doch durch sie neben den Bildern aus dem Leben der heiligen Anna und der Heiligen Familie der eigentliche Anfang des Heilsgeschehens, die Menschwerdung Gottes in Jesus von Nazareth, betont. Dafür bittet der Engel im Auftrag Gottes die bescheidene Frau aus Nazareth, den Sohn zu empfangen und zu gebären. Der Engel trägt ein Lilienzepter, um damit die Jungfräulichkeit Marias zu kennzeichnen.
Wie großartig, dass Maria sich bereit erklärte und auf das Ansinnen Gottes sagte: „Ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe, wie du es gesagt hast“ (Lukas 1,38). Maria ist deshalb zu Recht wie eine königliche Frau gekleidet.
Wolfgang Acht
Das Fenster befindet sich im nördlichen Seitenschiff.
Majestätisch steht der auferstandene Christus in einer strahlenden Mandorla, eine Siegesfahne tragend, vor uns. Vier Soldaten liegen ihm erschrocken zu Füßen.
Unter dem Bild steht in einem Schriftzug: „Scimus Christum resurrexisse de mortuis vere / Tu nobis victor Alleluja Amen“ (sprachlich fehlerhaft): „Wir wissen: Christus ist wahrhaft von den Toten auferstanden. Du bist unser Sieger, Alleluja, Amen.“
Rechts erkennt man die drei Frauen, die am frühen Morgen die Stadt (im Hintergrund) verlassen, um sich auf den Weg zum Grab zu begeben, wo sie durch die Botschaft eines Engels von der Auferstehung des Toten überrascht werden.
Im unteren Teil zeigt sich der typologische Bezug zum Alten Testament (AT):
Rechts ist der Prophet Jona zu sehen, der sich geweigert hatte, dem Ruf Gottes zu folgen und Ninive zur Umkehr aufzurufen. Er wurde auf einem Schiff, das in Seenot geriet, als Schuldiger erkannt und von den Seeleuten ins Meer geworfen. Hinter Jona sieht man zwei Segelboote. Ein großer Fisch verschlang ihn, als er ins Wasser fiel, spie ihn aber nach drei Tagen wieder an Land aus, was hier dargestellt ist (vgl. Jona 1,3 – 2,11). Die drei Tage im Fisch werden später zum Hinweis auf Jesu dreitägigen Aufenthalt im Grab. Die Befreiung Jonas wird so zum Symbol dafür, dass Christus nicht im Grab blieb, sondern auferstand.
Links stößt der Erzengel Michael („Wer ist wie Gott?“) auf einen grünen, rotköpfigen Drachen mit vielen zangenartig endenden Armen ein. Gemeint ist, dass Gott in Christus über das Böse gesiegt hat.
Wolfgang Acht