Kunstwerk des Monats

Das Kreuzfenster und das Rosenkranzgesätz: ''Der für uns gekreuzigt worden ist''

Die fünf Passionsfenster im südlichen und nördlichen Turmraum wurden Anfang der 1930er-Jahre des 20. Jahrhunderts von Heinrich Dieckmann (1890–1963), einem Künstler aus Kempen, entworfen. Sie nehmen Bezug auf die Gesätze des „schmerzhaften“ Rosenkranzes. Heinrich Dieckmann war es ein besonderes Anliegen, diese Fenster für „seine“ Kirche zu schaffen, die er in seiner Kindheit und Jugend regelmäßig zum Gottesdienst besuchte. Unter ihnen ist das Kreuzfenster im nördlichen Turmraum das eindrucksvollste. 

Das rote (Triumph-)Kreuz steht aufrecht in der Mitte des Fensters, seine Kreuzarme überspannen die gesamte Bildfläche. Über dem Gekreuzigten ist das Schild „INRI“ (Jesus von Nazareth, König der Juden) angebracht. Er ist lediglich mit einem Lendenschurz bekleidet und blutet aus seinen Wunden. Der leuchtend dargestellte Christus wird hier durch seine Hingabe aus Liebe als „Licht der Welt“ verstanden. 

Unter dem Kreuz steht seine trauernde Mutter, dunkel gekleidet und mit einem weißen Nimbus versehen, der auf ihre Reinheit hinweist. Hinter ihr befindet sich eine in Rot gekleidete Frau, eine derjenigen, die Jesus bis nach Golgatha gefolgt sind. Rechts neben dem Kreuz ist Johannes mit jugendlichem Gesicht dargestellt, der auf den Gekreuzigten, das „Lamm Gottes“, hinweist. Unter dem Kreuz kniet Maria von Magdala, die um Jesus trauert. Das rot leuchtende Kreuz wirft sein Licht auf sie, sodass sie sich deutlich von der Dunkelheit des unteren Bildteils abhebt. Ihr wurde viel vergeben; deshalb ist sie Jesus aus Liebe und Dankbarkeit bis zum Kreuz gefolgt. Später wird sie zur „Apostolin der Apostel“, da sie als Erste die Auferstehung des Herrn bezeugt. 

Hinter der linken Figurengruppe sind vier Lanzen zu erkennen; die Soldaten selbst werden von den Trauernden überdeckt. Auf der rechten Seite ist ein berittener Hauptmann in grauem Mantel mit erhobener Hand dargestellt, der im Blick auf den Gekreuzigten glaubend spricht: Dieser ist der „Sohn Gottes“ (vgl. Matthäus 27,55). 

Im blauen, himmlischen Licht über der Kreuzszene sind drei Engel zu sehen. 


Wolfgang Acht

Die Beweinung Jesu

Dieses Bild ist eine Kopie des Bildes von Anthonis van Dyck, das dieser um 1630 gemalt hat. Diese Kopie entstand Ende des 18. Jh.  

Es ist ein beeindruckendes Bild, weil die Szene der Kreuzabnahme und der Aufnahme des toten Christus in den Schoß seiner Mutter mit großer Dramatik dargestellt wurde. Die „schmerzhafte Mutter“, so könnte man sie kennzeichnen, hat ihren Sohn in großer, fast herzzerreißender Traurigkeit, in ihren Schoß aufgenommen. Sie wird von zwei Frauen gestützt, um sie vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Der gestorbene Sohn, der Christus Gottes, liegt tot im ihrem Schoß. Von ihm geht hier keine Kraft mehr aus, er muss nun  selbst getragen werden, hatte er doch vorher die Not vieler Menschen mitgetragen und den Jüngern immer wieder eingeschärft, einst selbst ihr Kreuz zu tragen und so in seine Nachfolge einzutreten. Der Gestorbene bedarf hier der Tragfähigkeit der Mutter und der helfenden Frauen. Das Bild lädt den Betrachter dazu ein, die Hingabe Jesus anzunehmen und sich auch zu fragen, wie er heute zum Christusträger werden kann. Denn Jesus hat uns selbst beauftragt, in seine Nachfolge einzutreten, ist er doch zu unsrem Heil gestorben! 

 

Wolfgang Acht

Große Kreuzgruppe

Diese Kreuzigungsgruppe besteht aus Sandstein, der Sockel aus Basalt. Sie stammt aus dem 19. Jahrhundert und beeindruckt durch ihre Größe: Der Korpus allein misst 180 cm, die beiden Assistenzfiguren jeweils 170 cm. Die Kreuzgruppe trägt eine Inschrift: „haeC CrUX sol…“ – der restliche Text ist leider zerstört. Auf der Rückseite des Sockels findet sich in Frakturschrift die Inschrift: 

„Es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, die Stimme des Sohnes Gottes hören werden. Und es werden hervorgehoben, die Gutes getan haben.“ 

Ursprünglich befand sich die Gruppe als Hochkreuz auf der Nordseite der Kirche, wo sich bis ins 19. Jahrhundert der Friedhof erstreckte. Nach dessen Auflösung wurde sie an die Südseite der Kirche versetzt. 

Die zentrale Figur zeigt Christus am Kreuz, mit leicht geneigtem Haupt, Dornenkrone und einem nach rechts gebundenen Lendentuch. Zu seinen Füßen stehen die trauernde Mutter Maria und der Lieblingsjünger Johannes. Beide Figuren tragen faltenreiche Mäntel: Maria mit Kopfschleier blickt mit erhobenen Händen unter ihrem Mantel zu Christus auf; Johannes mit schulterlangem Haar hat die Hände vor der Brust gefaltet und wirkt ebenfalls tief betroffen. 

Die Kreuzigungsgruppe dient heute als am Eingang der Kirche und ist auch von der Peterstraße aus durch eine schmale Gasse gut sichtbar.

Wolfgang Acht

 

 

 

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