Kunstwerk des Monats

Bruno von Köln

Das Fensterdetail wurde für Oktober gewählt, weil es Bruno, den Ordensgründer der Kartäuser, zeigt, dessen Gedenktag die Kirche am 11. Oktober feiert.

Man hat sein Bild in die Reihe von Glaubenszeugen eingefügt. Des weiteren sind dort Gereon, Victor von Xanten, Severin, Bonifatius, Ludger, Norbert, vertreten, bei welchen es sich um heilige Glaubenszeugen, die besonders im Rheinland verehrt werden, handelt. Natürlich findet sich in diesem Fenster auch das Bild des Thomas von Kempen. Auch einige Zeugen des 20. Jh., die dem Nationalsozialismus widerstanden haben und dafür den Tod fanden, z. B. Erich Klausener, Alfred Delp, aber auch Clemens August Kardinal von Galen, den man wegen seiner Predigten gegen die Euthanasie den „Löwen von Münster“ nannte, sind dort vertreten. Er starb im März 1946, kurz nach der Erhebung zum Kardinal. Kardinal Clemens August von Galen wurde am 9. Oktober 2005 im Petersdom selig gesprochen.

Der heilige Bruno wurde um 1030 in Köln geboren und übernahm 1057 die Domschule in Reims/ Frankreich, wo er auch studiert hatte. Über 20 Jahre unterrichtete er und verhalf der Schule zu großem Ansehen. 1083 legte er seine Ämter nieder und verließ Reims, nachdem er die Wahl zum Bischof von Reims abgelehnt hatte. Bischof Hugo von Grenoble, ein früherer Schüler von ihm, schenkte ihm im Norden von Grenoble ein Gelände namens Cartusia, wohin er sich mit Gefährten zurückzog und dort die große Kartause gründete. Zuerst gab es nur eine Kapelle, die mit Einzelzellen umgeben war. Papst Urban II. (1088-1099) holte Bruno als Berater nach Rom, wo er zwei Jahre blieb. Am 6. Oktober 1101 starb er. Der Gedenktag von Heiligen wird vom Todestag bestimmt, weil die Gläubigen überzeugt sind, dass mit dem Tod die Vollendung des Menschen durch die Auferstehung erfolgt.

 

 

Wolfgang Acht

Die Engelfiguren neben dem Gnadenbild

Die Kirche feiert jedes Jahr am 29. September das Fest der Erzengel Michael, Gabriel und Rafael. Nur drei Tage später, am 2 Oktober  ist dann das Schutzengelfest.

In den Präfationen der Messe heißt es: „Darum preisen wir dich mit allen Chören der Engel und singen vereint mit ihnen das Lob deiner Herrlichkeit“. In der Schrift finden sich viele Beispiele für die Engel als Boten Gottes. Engel sind keine selbständigen, mit eigener Macht ausgestatteten Wesen, sondern handeln immer im Auftrag Gottes, sind also Ausdruck seines Wirkens. Deshalb sind auch ihre Namen auf Gott bezogenen, was die letzte Silbe der Namen zeigt: „El“ ein alttestamentlicher Gottesname. Deshalb also Gabri-El „Macht Gottes“, Rafa-El „Gott heilt“, Micha-El „Wer ist wie Gott?“ In den Kirchen, besonders aus der Barockzeit, finden sich viele Engeldarstellungen.

Rechts und links neben  dem Kempener Wallfahrtsbild der thronenden Madonna  ist ein Leuchterengelpaar aus dem 15. Jh. zu sehen (ein weiteres steht in der Sakristei der Kirche). Sie tragen achteckige Leuchter mit einem  Zinnenkranz, der als Tropfschale dient. Sie haben langes, lockiges Haar und sind mit Alben und Chormänteln bekleidet. Hier sind sie dem Gnadenbild zugeordnet und betonen damit die Bedeutung des marianischen Gnadenbildes. Bei den früheren Prozessionen mit dem Gnadenbild durch die Stadt wurden auch sie mitgetragen.

 

Wolfgang Acht

Die Marienverehrer in der Marienkapelle

Im August denkt die Kirche an zwei bedeutende Ordengründer, an Dominikus und Bernhard von Clairvaux.

Dominikus hat einen Rosenkranz in der Hand, weil man ihn als Schöpfer des Rosenkranzgebetes ansieht. Zu Füßen Bernhard von Clairvaux ist ein Wappen zu sehen.

Beide Heilige waren große Verehrer Mariens. Sie haben großartige Texte zur Stellung Mariens im Heilsplan geschrieben.

Mit ihnen sind Bernadette von Lourdes und Hermann-Josef von Steinfeld dargestellt. Mit der linken Hand weist Bernadette auf das unter ihr stehende Gnadenbild hin. Hermann-Josef, in Köln geboren und später in Steinfeld als Ordensmann lebend, hat einen Apfel in der linken Hand. Als Kind soll er bei seinen regelmäßigen kurzen Besuchen in der Kirche Maria im Kapitol einmal Maria einen Apfel für das Kind angeboten haben.

Diese, so heißt es, nahm ihn an. Bis heute ist es deshalb Brauch, an der alten Marienstatue einen frischen Apfel abzulegen. 

Unter den Heiligen sind Anrufungen aus der lauretanischen Litanei mit Anrufungen an die Gottesmutter zu lesen. Sie entstand im Mittelalter und ist erstmals 1531 im italienischen Wallfahrtsort Loreto belegt.

Die hier wiedergegebenen Anrufungen unter den Darstellungen lauten: Bei Bernhard „Zuflucht der Sünder“, bei Bernadette „Heil der Kranken“, bei Dominikus „Hilfe der Christen“ und bei Hermann-Josef „Mutter der Gnade“. 

Dieses Fenster wurde 1937 von Prof. Heinrich Dieckmann, selbst ein Kempener, entworfen.

 

Wolfgang Acht

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