Das Kreuzfenster und das Rosenkranzgesätz: ''Der von den Toten auferstanden ist''
Das Fenster befindet sich im nördlichen Seitenschiff.
Majestätisch steht der auferstandene Christus in einer strahlenden Mandorla, eine Siegesfahne tragend, vor uns. Vier Soldaten liegen ihm erschrocken zu Füßen.
Unter dem Bild steht in einem Schriftzug: „Scimus Christum resurrexisse de mortuis vere / Tu nobis victor Alleluja Amen“ (sprachlich fehlerhaft): „Wir wissen: Christus ist wahrhaft von den Toten auferstanden. Du bist unser Sieger, Alleluja, Amen.“
Rechts erkennt man die drei Frauen, die am frühen Morgen die Stadt (im Hintergrund) verlassen, um sich auf den Weg zum Grab zu begeben, wo sie durch die Botschaft eines Engels von der Auferstehung des Toten überrascht werden.
Im unteren Teil zeigt sich der typologische Bezug zum Alten Testament (AT):
Rechts ist der Prophet Jona zu sehen, der sich geweigert hatte, dem Ruf Gottes zu folgen und Ninive zur Umkehr aufzurufen. Er wurde auf einem Schiff, das in Seenot geriet, als Schuldiger erkannt und von den Seeleuten ins Meer geworfen. Hinter Jona sieht man zwei Segelboote. Ein großer Fisch verschlang ihn, als er ins Wasser fiel, spie ihn aber nach drei Tagen wieder an Land aus, was hier dargestellt ist (vgl. Jona 1,3 – 2,11). Die drei Tage im Fisch werden später zum Hinweis auf Jesu dreitägigen Aufenthalt im Grab. Die Befreiung Jonas wird so zum Symbol dafür, dass Christus nicht im Grab blieb, sondern auferstand.
Links stößt der Erzengel Michael („Wer ist wie Gott?“) auf einen grünen, rotköpfigen Drachen mit vielen zangenartig endenden Armen ein. Gemeint ist, dass Gott in Christus über das Böse gesiegt hat.
Wolfgang Acht

