Antipendium am ehemaligen Hochaltar

Die Bilder sind auf Kupferplatten gemalt und zieren das Antipendium des Altars. Sie wurden 1909 von K. Peschges erstellt.      

Die drei Bilder sollen aufzeigen, was an diesem Altar vollzogen wird.  

Das linke Bild zeigt das Opfer Abrahams und Melchisedeks, also sozusagen die erste heilige Messfeier, die in der Schrift erwähnt wird (Genesis 14), ein Ursymbol des Opfers, das sich im Abendmahl wiederfindet. Links kniet ein Mann mit Weinkrug, ein anderer trägt einen Korb mit Brot. In der Mitte sieht man Melchisedek mit erhobenem Kelch, den er zugleich segnet. Vor ihm steht ein Altar mit Brot, vor dem Abraham in Rüstung und Mantel kniet. Rechts sieht man einen Mann mit Lanze, davor einen mit Schwert und Rüstung, kamen sie doch von einem erfolgreichen Kriegszug zurück und dankten jetzt dem Herrn.  

Das Mittelbild weist auf das Passahmahl der Israeliten vor dem Auszug aus Ägypten hin. Der Herr selbst hatte es ihnen aufgetragen. Sie sollten es in Eile essen und sich bereits als Pilger bekleiden, stand doch der Weg aus Ägypten in das gelobte Land an. So sehen wir zwei Männer mit Pilgerhut und Stäben am Tisch. Zwei Frauen sind mit dabei, von denen eine die Matzen für das Mahl schneidet, während die andere einen Pilgerstab trägt. In der Mitte schlachtet der Hausvater mit Pilgerhut das Lamm zum Mahl. Am Passahfest wird zur Erinnerung an dieses Mahl und an die Befreiung aus Ägypten jedes Jahr dieses Mahles gedacht. Auch Jesu feiert es von seinem Leiden mit den Jüngern und deutet es neu auf sich hin. In der heiligen Messe vollziehen wir also ebenso die Erinnerung an diese Mahlgemeinschaft Jesu mit seinen Jüngern. Er hat ihnen aufgetragen, es immer wieder zu seinem Gedächtnis zu feiern, was wir in der Eucharistiefeier nachvollziehen, die eben an diesem Altar gefeiert wird bzw. früher dort gefeiert wurde, während sich dieses Geschehen jetzt am Zelebrationsaltar in der Nähe der Gemeinde vollzieht.  

Das rechte Bild zeigt Abraham, der seinen Sohn Isaak opfern will, hatte der Herr ihn doch gebeten, ihm das Liebste zu opfern. Das Liebste war eben für ihn der Sohn. Doch der Herr stellt, nachdem er den Gehorsam Abrahams erkennt, einen Widder als Ersatz-Opfertier  durch einen Engel zur Verfügung. Hier auf dem Altar wird aber kein Ersatzopfer zur Verfügung gestellt, sondern Christus wird selbst zum hingebenden Opfer für alle.

 

Wolfgang Acht        

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