Kunstwerke des Montas 2018
01. Januar 2018
Antoniusaltar
Der heilige Antonius wird hier mit Mönchshabit dargestellt. Als Beigabe trägt dieser ein Kreuz in T-Form (Antoniuskreuz bzw. ägyptisches Kreuz) mit Glöckchen. Es weist darauf hin, das es den Antonitern erlaubt war, Almosen für die von ihnen betreuten, notleidenden und kranken Menschen zu sammeln. Sie machten sich mit einem Glöckchen bemerkbar.
Neben der Figur steht ein Schwein zur Erinnerung an das Privileg der Antoniter, als Entgelt für ihre Krankendienste, Schweine auch innerhalb ihres Klostergeländes halten zu dürfen.
Aber nicht Antonius selbst, sondern ein Edelmann stiftete im Mittelalter die religiöse Genossenschaft der Antonius-Brüder zur Pflege von Pest- und Schwerkranken. Der Edelmann hatte auf die Fürsprache des hl. Antonius erlebt, dass sein Sohn geheilt wurde. Durch diesen Orden erlangte Antonius dann auch seine Beliebtheit bei den Menschen.
Wer war dieser Antonius, der auch Mönchsvater genannt wurde? Geboren wurde er um 251 n. Chr. in Mittel-Ägypten als Sohn reicher Eltern, die er früh verlor. Um Trost zu finden, ging er in die Kirche und hörte dort die Worte der Schrift: „Wenn du vollkommen sein willst, dann verkaufe alles, was du hast und gib der Erlös an die Armen, dann folge mir“ (Mt 19, 16 ff). Das bewegte ihn, Abschied von Zuhause zu nehmen und in die lybische Wüste als Eremit in Einsamkeit zu leben. 20 Jahre blieb er dort. Viele suchten ihn auf, um Rat und Beistand zu finden. Später kehrte er aber nach Alexandrien zurück, um die verfolgten Christen zu ermutigen und zu trösten. Doch es zog ihn wieder in die Wüste und seine Schüler folgten ihm. So wurde er zum „Vater“ der Mönche und Einsiedler. Er beriet sogar Kaiser Konstantin. Antonius, der „Wüstenvater“ soll 105 Jahre alt geworden sein. Er wird als „Stern der Wüste“ bezeichnet. Sein Grab wird in Arles, Südfrankreich, verehrt. In der Kirche wird sein Gedenktag am 17. Januar gefeiert. Von „Versuchungen“ soll er geplagt gewesen sein. Viele mittelalterlichen Bilder - auch im hiesigen Altar zu sehe - zeigen das in dramatischer Form. Doch der Herr selbst soll ihm beigestanden haben. So zeigt es auch das rechte Bild, in dem Jesus ihm begegnet. Ein weiter Einsiedler, Paulus von Theben, soll mit ihm in der Wüste gelebt haben. Sie sind sich dort oft begegnet. Antonius findet Paulus tot auf, wie man es auf dem linken Bild sieht.
Wolfgang Acht
01. Februar 2018
Lambertuspredella in der Taufkapelle
Im September gedenkt die Kirche des ersten Maastrichter Bischofs Lambertus (635 – 705). Er, der das Opfer einer Blutrache wurde, war ein hoch geschätzter Mann und wurde vor allem in Belgien, aber auch am Niederrhein verehrt, so dass es im Antonius-Jakobus-Altar (Anfang des 16. Jh.) zwei große Schnitzbilder gibt, die ihm gewidmet sind. Die Predella für diesen Altar enthält fünf Ölbildern auf Holz, die Szenen aus dem Leben dieses Bischofs zeigen. Dieses Werk befindet sich heute in der Taufkapelle der Kirche. Es wurde dorthin gebracht, als es im 19. Jh. die Vorschrift gab, in jeden Altar einen Tabernakel und Kerzenbänke einzubauen, so dass dieses wertvolle Werk unter den großen Schnitzbildern des Altars entfernt wurde. Folgende Bilder sind zu erkennen: Links tritt ein Bischof an den gedeckten Tisch eines vornehmen Mannes, dessen Gesicht an Kaiser Maximilian erinnert. In der Mitte wird die Ermordung des hl. Lambertus an einem Altar dargestellt. Rechts sieht man eine Kampfszene. Darunter sind zwei Tafeln mit Bildern, die auf die Legende des hl. Lambertus zurückzuführen sind. Ein Bischof mit Gefolge wird von Mönchen an der Klosterpforte begrüßt. Daneben ist eine Innenraumszene zu sehen, die den Bischof inmitten von sehr Männern zeigt. Die Bedeutung ist im Einzelnen nicht mehr zu erschließen. Es ist erstaunlich, wie frisch die Farben aufgrund einer Renovierung oder Konservierung noch leuchten. Wolfgang Acht
01. Mai 2018
Marienleuchter
Kölner Meister Johann Spee (1508); eine Doppelmadonna (1,30 m hoch); das Werk gehört in den Kreis bedeutender noch vorhandener Marienleuchter (z. B. Emmerich, Kalkar und Erkelenz)
Der Leuchter ist von der Symbolzahl acht bestimmt. Es ist die Symbolzahl der Auferstehung. Heißt es doch, dass Christus am ersten Tag der Woche, dem achten Tag, von den Toten erstanden ist. Zu sehen sind jeweils vier Bilder doppelseitig: die Madonna, die Engel mit der Krone, die sie über Maria halten, die Heilieg Geist in Gestalt der Taube und darüber Gottvater im Strahlenkranz. Umgeben sind diese Figuren mit acht von Engeln getragenen Kerzenleuchtern. Vier Knäufe sind an der Tragstange bis zum Gewölbe zu sehen.
Die Doppel-Madonna ist unterschiedlich gestaltet. Sie ist umgeben von einem Strahlenkranz mit acht spitzen und geschwungenen Strahlen. Sie steht auf einer Mondsichel (Hinweis auf die „große Frau“ der Apokalypse, 12. Kap.).
Unter der Madonna sind stilisierten Wolken zu erkennen. Von unten sieht man eine Teufelsmaske, aus der die acht Leuchter hervorgehen. Es soll symbolisch aufgezeigt werden, dass Luzifer (lat.: Lichtträger, im christlichen Sprachgebrauch später gleichbedeutend mit Teufel) besiegt wurde und nun selbst das Licht des neuen Lebens (die acht Lichtarme) tragen muss. Die erkennbaren Arkanthusblätter, Hinweis auf die Silberdistel, die als Paradiesblume galt, weisen ebenfalls auf das verheißende Paradies hin.
Dass der Leuchter genau in der Mitte der Längsachse der Kirche hängt, bringt zum Ausdruck, dass der, der die sakramentalen Vollzüge der Kirche mitfeiert, in diesem Leuchter erkennen darf, dass ihm die Vollendung verheißen ist. Wird doch in Maria erkennbar, dass sie die erste Vollendete sein darf und damit zum Urbild unserer himmlischen Vollendung wird.
01. Juni 2018
Antependium am ehemaligen Hochaltar
Die Bilder sind auf Kupferplatten gemalt und zieren das Antipendium des Altars. Sie wurden 1909 von K. Peschges erstellt.
Die drei Bilder sollen aufzeigen, was an diesem Altar vollzogen wird.
Das linke Bild zeigt das Opfer Abrahams und Melchisedeks, also sozusagen die erste heilige Messfeier, die in der Schrift erwähnt wird (Genesis 14), ein Ursymbol des Opfers, das sich im Abendmahl wiederfindet. Links kniet ein Mann mit Weinkrug, ein anderer trägt einen Korb mit Brot. In der Mitte sieht man Melchisedek mit erhobenem Kelch, den er zugleich segnet. Vor ihm steht ein Altar mit Brot, vor dem Abraham in Rüstung und Mantel kniet. Rechts sieht man einen Mann mit Lanze, davor einen mit Schwert und Rüstung, kamen sie doch von einem erfolgreichen Kriegszug zurück und dankten jetzt dem Herrn.
Das Mittelbild weist auf das Passahmahl der Israeliten vor dem Auszug aus Ägypten hin. Der Herr selbst hatte es ihnen aufgetragen. Sie sollten es in Eile essen und sich bereits als Pilger bekleiden, stand doch der Weg aus Ägypten in das gelobte Land an. So sehen wir zwei Männer mit Pilgerhut und Stäben am Tisch. Zwei Frauen sind mit dabei, von denen eine die Matzen für das Mahl schneidet, während die andere einen Pilgerstab trägt. In der Mitte schlachtet der Hausvater mit Pilgerhut das Lamm zum Mahl. Am Passahfest wird zur Erinnerung an dieses Mahl und an die Befreiung aus Ägypten jedes Jahr dieses Mahles gedacht. Auch Jesu feiert es von seinem Leiden mit den Jüngern und deutet es neu auf sich hin. In der heiligen Messe vollziehen wir also ebenso die Erinnerung an diese Mahlgemeinschaft Jesu mit seinen Jüngern. Er hat ihnen aufgetragen, es immer wieder zu seinem Gedächtnis zu feiern, was wir in der Eucharistiefeier nachvollziehen, die eben an diesem Altar gefeiert wird bzw. früher dort gefeiert wurde, während sich dieses Geschehen jetzt am Zelebrationsaltar in der Nähe der Gemeinde vollzieht.
Das rechte Bild zeigt Abraham, der seinen Sohn Isaak opfern will, hatte der Herr ihn doch gebeten, ihm das Liebste zu opfern. Das Liebste war eben für ihn der Sohn. Doch der Herr stellt, nachdem er den Gehorsam Abrahams erkennt, einen Widder als Ersatz-Opfertier durch einen Engel zur Verfügung. Hier auf dem Altar wird aber kein Ersatzopfer zur Verfügung gestellt, sondern Christus wird selbst zum hingebenden Opfer für alle.
Wolfgang Acht
01. Juli 2018
Anna Selbdritt
Rechts hinten in der Kirche; eine niederrheinische oder maasländische Arbeit aus Holz, von Peter van Wesel 1492.
Die Bezeichnung „Anna Selbdritt“ kommt vom mitteldeutschen Wort „selb“ = „zu“, also Anna zu dritt (auch ein Bild für drei Generationen).
Beliebt war die Darstellung, weil sie den Frauen, die sehnsüchtig ein Kind erwarteten, mit Anna eine Fürsprecherin zeigte, die ebenso auf ihr Kind – Maria – wartete und es schließlich noch empfing, obwohl sie als unfruchtbar galt.
Dieses Kunstwerk zeigt die Mutter Anna sowie ihre Tochter, die gekrönte Gottesmutter. Beide sind auf „Augenhöhe“ dargestellt, die gemeinsam das liegende Jesuskind auf ihren Armen tragen. Das Kind ruht fast schwebend über ihren Armen und Händen, eine Mischung von Verbundenheit und Unhabhängigkeit. Es trägt sich gleichsam selbst.
Das nur mit Windeln bekleidete Kind hält in seiner linken Hand eine Traube als Symbol für das bevorstehende Leid. Die Trauben werden in die Kelter zertreten und zeigen symbolisch, dass Jesus sich ganz am Kreuz hingibt. Am Ende fließen nur noch Blut und Wasser aus seiner Seitenwunde (vgl. Joh 19, 34).
Maria, die Mutter, kann die Traube nicht sehen. bekommt sie vom Kind doch lediglich eine Beere gezeigt.
Anna wirkt erhaben und ist groß dargestellt, Maria ist kleiner und jünger dargestellt. Beide Frauen sind miteinander verwoben, was hier zusätzlich durch den gleichen Kleiderstoff zum Ausdruck kommt (s. Blattmuster). Anna trägt einen Kopfschleier, wie es für eine verheiratete, jüdische Frau üblich und vorgeschrieben war, während Maria keinen Kopfschleier trägt, ist sie doch nur „verlobt“ und gilt als „jungfräulich“, also unverheiratet.
Das Kind spannt die Arme weit aus, was für das Tragen der Traube und Rebe nicht erforderlich wäre. Es weist mit den Armen auf die Kreuzhaltung und auf die zu erwartende Passion hin. Die Blicke der drei dargestellten Personen scheinen in die Ferne gerichtet.
Die Kerzen, die von vielen, besonders aber von Frauen, vor diesem Bild angezündet werden, verbinden sich mit dem himmelgerichteten Blicken von Anna und Maria und bringen das fürbittende Gebet der Gläubigen zum Ausdruck.
Das Fest der heiligen Anna feiert die Kirche am 27. Juli.
Wolfgang Acht
01. August 2018
Chorgestühl
Dieses spätgotische, künstlerisch hervorragende Chorgestühl aus Eiche, wurde von Johannes Gruter aus Wesel erstellt und 1493 im Chorraum aufgestellt. Weil neben der Kirche die Lateinschule stand, die heutige Burse, und dort auch viele Priester als Lehrer tätig waren sowie noch andere Vikare für die jeweiligen Altäre, von denen es 16 gab, war es erforderlich, für das gemeinsame Gebet und die Gottesdienste, den anwesenden Priestern eine geeignete - oder sollte man sagen angemessene - Sitzgelegenheit zur Verfügung zu stellen. Um die Priester im Chorgebet von den umlaufenden Pilgern im Chorumgang zu trennen, gleichzeitig aber den luftigen Chorumgang und dessen Lichtfülle nicht abzuschirmen, ist ein durchbrochenes Maßwerk über dem Gestühl erstellt worden, das auch die Vertikale betont. Heute nehmen dort der Zelebrant, die Messdiener, die Kommunionhelfer und Lektoren beim Gottesdienst Platz. So ändern sich die Zeiten.
Aber diese „Sitzgelegenheiten“ sind nicht nur künstlerisch, sondern auch humorvoll und hintergründig gestaltet. Sind in den oberen Wangen rechts die vier lateinischen Kirchenväter und links die vier „Rheinischen Marschälle“ dargestellt, so finden sich auf den Abschlusswangen vorne acht Engelfiguren, die das Wappen der Stadt Kempen sowie die Leidenswerkzeuge Christi zeigen. Reich gestaltet sind vor allem die Armstützen des Gestühls, die Bauern, Mönche und Tiere zeigen. Diese sind aber in verschiedenen humorvollen Posen gestaltet. Die Figuren (Drölerien genannt, französisch dróle = lustig) sind teilweise in derber Form zu sehen, so dass sie eventuell für die Chorherren sogar anstößig gewirkt haben könnten.
Die sogenannten „Miserikordien“, die als Stützsitze fungierten und den Betern bei langem Chorgebeten zur Entlastung dienten, erinnern an bekannte Sprichwörter und stellen eine augenzwinkernde Kritik an der Lebensführung und Frömmigkeit der Geistlichen dar. Da finden sich: eine Frau, die im Kamin ein Feuer entfacht, wohl ein Hinweis, bei Hineinblasen vorsichtig zu sein, ein Bauer mit Dreschflegel, der auf Eier losschlägt, was wohl eine Satire auf das „Eierdreschen“ entlehnt ist, ein Fuchs, der mit einem Kranich den Teller teilt, was dem Kranich aber nichts mehr übrig lässt, aber eben auch ein Fuchs und Kranich, wo die Speise in einem Krug steckt, so dass nur der Kranich fressen kann und vieles mehr. Es lohnt sich, in Ruhe diese Bilder bei einem Besuch der Kirche zeigen zu lassen. Es würde hier den Rahmen sprengen, sie alle zu benennen.
Wolfgang Acht
01. September 2018
Lambertuspredella
Am 17. September gedenkt die Kirche des ersten Maastrichter Bischofs Lambertus (635 – 705). Er, der das Opfer einer Blutrache wurde, war ein hoch geschätzter Mann und wurde vor allem in Belgien, aber auch am Niederrhein verehrt, so dass es im Antonius-Jakobus-Altar (Anfang des 16. Jh.) zwei große Schnitzbilder gibt, die ihm gewidmet sind.
Die Predella (so nennt man einen kunstvoll bemalten oder geschnitzten Unterbau eines [gotischen] Altars) enthält fünf Ölbilder auf Holz, die Szenen aus dem Leben dieses Bischofs zeigen.
Dieses Werk befindet sich heute in der Taufkapelle der Kirche. Es wurde dorthin gebracht, als es im 19. Jh. die Vorschrift gab, in jeden Altar einen Tabernakel und Kerzenbänke einzubauen, so dass dieses wertvolle Werk unter den großen Schnitzbildern des Altars entfernt wurde.
Folgende Bilder sind zu erkennen: Links tritt ein Bischof an den gedeckten Tisch eines vornehmen Mannes, dessen Gesicht an Kaiser Maximilian erinnert. In der Mitte wird die Ermordung des hl. Lambertus an einem Altar dargestellt. Rechts sieht man eine Kampfszene.
Darunter sind zwei Tafeln mit Bildern, die auf die Legende des hl. Lambertus zurückzuführen sind. Ein Bischof mit Gefolge wird von Mönchen an der Klosterpforte begrüßt. Daneben ist eine Innenraumszene zu sehen, die den Bischof inmitten von schs Männern zeigt. Die Bedeutung ist im Einzelnen nicht mehr zu erschließen.
Es ist erstaunlich, wie frisch die Farben aufgrund einer Renovierung oder Konservierung noch leuchten.
Wolfgang Acht
01. November 2018
Christophorus
Im Kirchenschiff unten links aufgestellt, eine Holzfigur um 1450;. Konsole mit Engel, ein Wappen tragend mit fünf Wunden Jesu, wohl jüngeren Datums.
Der Monat November ist vom Totengedenken bestimmt, denkt man an das Fest Allerheiligen oder Allerseelen und an den Totensonntag, der in der Katholischen Kirche aber Christ-König-Sonntag heißt und der letzte Sonntag des Kirchenjahres ist.
Christophorus wird seit dem 15. Jh. als einer der 14 Nothelfer angesehen. Die Betrachtung seines Bildes am Morgen galt als Schutz des Lebens bis zum Abend. Deshalb wird sein Bild vorwiegend im Eingangsbereich der Kirchen, ebenso an Toren, Türmen und Häusern angebracht. Er wurde auch angerufen vor gefahrvollen Unternehmungen oder Reisen. Von daher gilt er auch als Schutzpatron für Pilger, Reisende und Kraftfahrer. Vielfach findet man heute noch in vielen Autos, ja sogar auf Fahrradklingeln ein Bild von ihm.
Wie kommt es zu diesem Brauch? Diese Darstellung gründet auf einer Legende. Sie berichtet, dass Christophorus nur dem dienen wollte, der keinem untertan ist. Viele Dienste hatte er angenommen, aber immer bemerkt, dass es noch einen gab, der größer zu sein schien als sein Herr. Diesem Größeren wollte er allein dienen. Weil er den wahren Herrscher noch nicht gefunden hatte, begab er sich an eine Flussfurt und trug die Menschen über den Strom. Eines Tages bat ihn ein Kind, es hinüber zu tragen. Als er in den Fluss trat, wurde das Kind so schwer, dass er fragte, wen es denn trüge? Dieses sagte daraufhin: „Ich bin es, den du suchst.“ Da wurde ihm klar, endlich den gefunden zu haben, dem er sich ganz zur Verfügung stellen wollte. Nicht umsonst heißt er deshalb: Christophorus – Christusträger.
Hier ist Christophorus als Riese in doppelter Lebensgröße dargestellt. Er durchwatet einen Fluss, was der Sockel zeigt. In den Wellen sieht man Schlangenköpfe und menschliche Figuren (es können auch sogenannte „Sirenen“ sein), die von den Wellen mitgerissen werden. Am Gürtel trägt Christophorus eine Tasche (wohl Pilgertasche) mit Fisch und Brot und ein Messer. Bekleidet ist er mit einem offenen Rock. Das Christuskind selbst hebt die rechte Hand zum Segen und hält links die Weltkugel mit dem Kreuz.
Der Beter fühlt sich zum Christusträger, mehr aber noch zum Christuskind mit seinem Gebetsanliegen hingezogen.
Wolfgang Acht
01. Dezember 2018
Mutter der immerwährenden Hilfe
Im Chorumgang hinter dem Hauptaltar; Bild Ende 19. Jh.
Das Bild zeigt die Gottesmutter im schmucken blauen Gewand. Ein Stern kennzeichnet ihr Haupt und kennzeichnet sie als „Morgenstern“ (aus der Lauretanischen Litanei) und Himmelskönigin; deshalb auch der goldene, himmlische Hintergrund. Sie trägt das Jesuskind, das ebenfalls wie ein Königskind gekleidet ist. Es hält sich mit beiden Händen an der Hand der Mutter fest, sieht es doch über sich die Engel mit den Leidenswerkzeugen. Es erschrickt so, dass ihm die Sandale vom rechten Fuß fällt.
Die Geschichte des Bildes von der „immerwährenden Hilfe“, dessen Original im byzantinischen Museum Athens aufbewahrt wird, ist abenteuerlich. Das Bild soll im 16. Jh. von einem Kaufmann auf Kreta entwendet worden sein. Nach schwerer Seereise landete der Kaufmann mit dem Bild in Rom. Schwer erkrankt, bat er einen Freund, das Bild in eine Kirche zu bringen. Es wurde schließlich in der Kirche St. Matthäus, in der Nähe von Maria Maggiore aufgestellt, wo es 300 Jahre verehrt wurde. Die Kirche wurde von Augustineremiten betreut. 1798 wurden allerdings das Kloster und die Kirche zerstört, so dass man in ein nahe gelegenes Kloster umzog. Anfang des 19. Jh. wurde es schließlich in einer klösterlichen Hauskapelle aufgestellt und kam fast in Vergessenheit. Im Januar 1855 erbaten die Redemptoristen, dessen Orden von Alfons von Liguori gegründet wurde, von Papst Pius IX. das Bild für ihre Klosterkirche zu Ehren des „Allerheiligsten Erlösers“. Pius IX. gewährte es ihnen und bat den Orden, das Gandenbild "die Jungfrau von der Immerwährenden Hilfe" überall bekannt zu machen.
Das Bild findet sich in unzähligen Kirchen des Rheinlandes, so auch seit des 19. Jh. in der Propsteikirche St. Mariae Geburt. Auch hier wird es von vielen Menschen aufgesucht, die dort beten sowie Blumen und Kerzen spenden.
Wolfgang Acht






































