Kunstwerke des Montas 2023
01. Januar 2023
Großstadtmadonna - von Heinrich Dieckmann
„Großstadtmadonna“ (von Heinrich Dieckmann + 1963) Zum „Hochfest der Gottesmutter Maria“, das am 1. Januar eines jeden Jahres gefeiert wird, ist ein Bild des Kempener Künstlers Heinrich Dieckmann (1890 – 1963) im Blick. Es soll damit zugleich auf sein 60. Todesjahr hingewiesen werden. Er hat das Bild 1926 in Berlin in einer Mischtechnik auf eine Hartfaserplatte gemalt. Es nimmt im Hintergrund das Leben der modernen Großstadt, den Lärm und die vielen Reklameschriften auf. Er wollte aufmerksam machen auf die Madonna mit ihrem Kind und zugleich auch auf die in der Stadt oft nicht wahrgenommen bedrückten Menschen. Dieser stützt schwermütig seinen Kopf mit Händen, als wolle er sich mit geschlossenen Augen gegen die visuellen Reizüberflutung schützen. Das Bild im roten Grundton wirkt wie eine Vorskizze zum eigentlichen Bild, sind doch die Gesichtszüge der Madonna und des Kindes nur angedeutet. Sie hat das Kind in den rechten Arm genommen und hält ihre linke Hand wie zum Schutz über das Kind. Sie bestimmt deutlich das Bild und wirkt wie eine ruhend stehende Säule inmitten pulsierenden Lebens. Das Bild regt zu einem besinnlichen Verweilen ein. Es hängt neben anderen Werken von Heinrich Dieckmann im nördlichen Turmraum.
01. Februar 2023
Der Marienleuchter
Dieser Leuchter ist vermutlich das Werk des Kölner Meisters Johann Spee (1508) und gehört in den Kreis bedeutender noch erhaltener Marienleuchter, wie sie zum Beispiel auch in Emmerich, Kalkar oder Erkelenz zu finden sind. Das Werk wird von der Zahl acht bestimmt. So gibt es über dem schmiedeeisernen Gespränge vier Einheiten; acht Kerzen tragende Engel, vier Doppelfiguren und zwei unterschiedlich hohe Madonnen, darüber zwei Engel, die eine Krone tragen, zwei Geisttauben und zwei Gottvaterfiguren im Strahlenkranz.
Die Zahl acht bezieht sich auf die Auferstehung Christi am „ersten Tag“ der Woche, dem Tag nach dem Sabbat. Die Schrift spricht deshalb vom achten Tag.
Maria wird in der Glaubensgeschichte zum Zeichen des erlösten Menschen, an dem sich die Verheißung Christi beispielhaft zeigt und dadurch alle Menschen durch die Erlösung Christi zum ewigen Leben berufen sind. Die Doppelmadonna erinnert an das Bild der „großen Frau“ in der Apokalypse (Kap. 12). Sie ist umgeben von einem Strahlenkranz (acht spitze und acht geschwungene), ist sie doch die von der Sonne Umstrahlte und von Gott Begnadete. Sie steht hier auf einer Mondsichel und wird so zum Symbol für die Kirche Christi, die aus dessen Kraft dem Bösen standhalten kann und im Glauben an ihn Rettung findet.
An der Basis des Leuchters sieht man ein Dämonengesicht. Es stellt Luzifer (= „Lichtträger“) dar, den Engel des Bösen. Maria zertritt als die „große Frau“ diesem Satan den Kopf (Gen 3, 15). Luzifer, der selbst das Licht sein wollte, muss hier zur Strafe den Kerzenkrank des Leuchters im Mund tragen. Es ist ein Bild dafür, dass das Böse endgültig besiegt ist. Im 1. Johannesbrief heißt es dazu: „Alles, was von Gott stammt, besiegt die Welt. Und das ist der Sieg, der die Welt besiegt hat: unser Glaube“ (1 Joh 5,4).
Dass der Leuchter genau in der Mitte der Längsachse der Kirche hängt, zeigt, welche Bedeutung das mit ihm verbundene Verheißungsbild für die hier versammelte Gemeinde beim Vollzug des Gottesdienstes hat. Symbolisiert er doch die Erfüllung der kommenden Verheißung, die in der Feier von Tod und Auferstehung Christi, neu bewusstwerden soll.
Gerne öffnen Sie den angefügten YouTube – Link, der zu dem Bild noch einen hervorragenden marianischen Gesang eines englischen Chores bietet.
https://www.youtube.com/watch?v=SREfVwpQi1I&feature=youtu.be
01. März 2023
Kreuzigungsfenster - von Heinrich Dieckmann
Die Rosenkranzfenster des schmerzhaften Rosenkranzes in den beiden Turmkapellen in der linken Turmkapelle wurden von Prof. Heinrich Dieckmann, einem Kempener, der in Trier lebte und arbeitete, von 1934 – 1937 geschaffen. Sie unterscheiden sich von den neugotischen Fenstern dadurch, dass die Gläser nicht einzeln bemalt sind, sondern in Flächen strukturiert farbig gestaltet werden. Eindrucksvoll ist dabei die Farbsymbolik, die hier nicht im Einzelnen beleuchtet werden kann.
Im Folgenden wird das Westfenster, das eine Kreuzigung darstellt, näher beschrieben:
Das rote Kreuz, ein Triumphkreuz, steht aufrecht in der Mitte und überspannt die ganze Fensterfläche. Darüber schweben im blauen Licht drei Engel. Der Körper des Gekreuzigten strahlt trotz des qualvollen Todes hell auf, ist er doch durch seine Hingabe aus Liebe das „Licht der Welt“ geworden. Unter dem Kreuz steht links, dunkel gekleidet, die Mutter mit weißem Heiligenschein (Symbol der Reinheit) und rechts der Lieblingsjünger mit jugendlichem Gesicht. Er zeigt auf den Gekreuzigten. Diese Geste erinnert an das Schriftwort: „Dieser Jünger ist es, der all das bezeugt und der es aufgeschrieben hat; und wir wissen, dass sein Zeugnis wahr ist“ (Joh 21, 24). Unter dem Kreuz kniet Maria von Magdala mit einem rosanen Gewand (Rosa ist die Farbe der Sünde). Maria von Magdala wird als Sünderin dargestellt, die aber von Jesus Versöhnung erfuhr.
Die Lanzen gehören zu den wachhabenden Soldaten, die hier aber von der Trauergruppe verdrängt werden. Rechts sieht man den berittenen Hauptmann mit erhobener Hand, der gesagt haben soll: „Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn“ (Mk 15,39).
01. April 2023
Jesus bei Maria und Martha - von Heinrich Dieckmann
Das im nördlichen Turmraum hängende Bild vom Kempener Künstler Heinrich Dieckmann (1890-1963) wurde um 1927 mit Öl auf Leinwand gemalt (Größe 118,5 x 143,5 cm). Es ist eines der vielen Bilder des Künstlers in der Propsteikirche Mariae Geburt in Kempen.
Das Bild zeigt die Begegnung Jesu mit Maria und Martha, wie sie uns im Lukasevangelium im 10. Kapitel erzählt wird. Doch diese Begegnung wird hier nicht historistisch, sondern zeitnah als Erlebnis in der Gegenwart dargestellt, was auch durch die zeitgenössische Arbeitskleidung der 20er Jahre deutlich wird. Jesus, hier ein bartloser junger Mann, trägt einen einfachen Arbeitskittel. Die kurzen Haare der beiden jungen Frauen Maria und Martha signalisieren, dass es sich um Menschen aus dem Industriezeitalter handelt.
Maria hat sich mit Jesus an den Tisch gesetzt und hört ihm zu. Martha bringt eine Schüssel mit Äpfeln um dem Gast etwas anzubieten. Sie scheint aus einem Obergemach zu kommen, was die Treppenstufen hinter ihr andeuten. Sie beklagt sich, dass ihr Maria nicht beisteht, sondern sich hörend, scheinbar inaktiv, Jesus zuwendet. Jesus weist mit einer fast abwehrenden Hand den Vorwurf zurück und sagt zu Martha, zugleich mit dem Finger auf Maria zeigend: „Martha, du machst dir viele Sorgen und Mühen. Aber nur eins ist notwendig. Maria hat das Bessere gewählt, das soll ihr nicht genommen werden“ (Lk 10, 38 – 42).
Eine ruhige und eindrucksvolle Szene hat Heinrich Dieckmann dargestellt und regt durch die Aktualisierung dazu an, sich selbst mit Maria zu identifizieren und nach dem Wesentlichen im eigenen Leben zu fragen und zu suchen.
01. Mai 2023
Kempener Fenster im nördlichen Turmraum
In diesem Beitrag steht die Bildgestaltung eines Kirchenfensters des Kempener Künstlers Heinrich Dieckmann in der Propsteikirche im Fokus. Dieckmann hat das im Jahr 1937 entworfen. Aufgrund des Motivs wird das Fenster allgemein als das „Kempener Fenster“ bezeichnet. In dem Fenster wird Maria, als die Pfarrpatronin der Kirche und der Stadt Kempen, als Schutzmantelmadonna dargestellt. Sie bietet nicht nur notleidende Menschen unter ihren Mantel Schutz, sondern auch der unten skizzierten Stadt.
Vor ihrem hell leuchtenden gelben Kleid, das sie als Himmelskönigin kennzeichnet, ist eine große Lilie als Symbol ihrer Jungfräulichkeit zu erkennen. Über Maria stehen zwei Engel in roten Gewändern, die ein Tuch hinter ihr ausbreiten. Darüber geht von einem Stern ein Strahl auf sie aus. Sie wird zum „Himmelsstern“, wie es in der alten „Lauretanischen Litanei“ heißt.
Unter ihrem Schutzmantel sind eine junge Mutter mit ihrem Kind, zwei Männer mit betend und flehend erhobenen Armen und ein junges Paar zu erkennen. Auf der anderen Seite sieht man vier junge Männer und eine kniende Frau. Die Frau hält ihre Hände gekreuzt über der Brust. Zu Füßen Mariens sind ein Halbmond und ein Stern zu sehen. So wird sie zum Bild der „Großen Frau“ aus der Geheimen Offenbarung (Kap. 12,1). Sie überwindet mit der Kraft Christi das Böse und zertritt mit ihrem Fuß die Schlange, das Bild des Bösen (s. Genesis 3). Der Halbmond und der Stern finden sich auch im Kempener Stadtwappen.
Auf dem über der Stadt Kempen gespannten Spruchband steht: „O MARIA, REGINA COELI PATRONA SIS URBIS TUAE KEMPENSIS“, d. h. „O Maria, Königin des Himmels, sei Schutzpatronin deiner Stadt Kempen“.
01. Juni 2023
Bilder in der Taufkapelle (südlicher Turmraum)
Die Bilder wurden um 1520 in der Werkstatt des Adrian van Overbeck in Antwerpen erstellt (Öl auf Holz). Es ist nicht mehr auszumachen, aus welchem früheren Altar der Kirche diese Bilder in der Taufkapelle stammen.
1. Johannes der Evangelist:
Die Insel, auf der Evangelist Johannes kniet und schreibt, ist ein winziges Eiland im von Schiffen befahrenen Meer. Johannes schreibt die Visionen auf, die er auf dieser Insel empfing und fügt sie in die sogenannte „Geheime Offenbarung“ ein, die man ihm zuschreibt. Vor Johannes hält ein junger Adler (Attribut des Evangelisten) ein Schriftband in seinem Schnabel. Über dem Meer ist die visionäre „große Frau“ der Apokalypse (Kap. 12) in einer Mandorla zu sehen. Sie trägt das messianische Kind. Ihr gegenüber tritt der siebenköpfige Drache auf, der im Kampf gegen diese „große Frau“, das Bild für die Kirche, verliert.
2. Zwei Bilder Johannes des Täufers:
Auf dem ersten Bild steht Johannes der Täufer als Prediger in einer weiten Landschaft mit einer Baumgruppe. Er stützt sich auf einen Baumstumpf und spricht vor einer Gruppe von Frauen mit ihren Kindern und Männern. „Bereitet dem Herrn die Wege“, so war seine Botschaft, die auch heute noch gilt.
Das zweite Bild zeigt die Enthauptung des Täufers, die auf Wunsch der Salome, der Tochter des Herodes, vorgenommen wurde. Salome soll so gut getanzt haben, dass ihr Vater Herodes ihr jeden Wunsch erfüllen wollte. Die Mutter verleitete sie dazu, das Haupt des Johannes zu fordern, hatte er doch gegen ihre Hochzeit mit Herodes öffentlich Kritik geübt. Der König hielt sich an sein Versprechen und gab die Enthauptung frei. Deshalb steht im Zentrum die gut gekleidete Salome mit dem Henker, der ihr auf einer Schale den Kopf des Täufers präsentiert. Im Hintergrund ist die Festtafel zu sehen, von der das Geschehen ausging.
01. Juli 2023
Zelebrationsstuhl
Das große aus Eichenholz geschnitzte Werk (Ende des 15. Jh/ Breite 2,30 cm, Höhe 3,90 cm), ist erstaunlich detailreich ausgeführt. Es wurde von Johannes Gruter im Jahr 1486 geschnitzt, der auch die Chorgestühle der Kirche fertigte.
Es wurde in Auftrag gegeben, um den Wunsch des Kölner Erzbischofs Hermann IV. von Hessen zu entsprechen, bei seinen Besuchen in Kempen einen angemessenen bischöflichen „Zelebrationsstuhl“ vorzufinden. In der Mitte war sein Platz als Hauptzelebrant, rechts und links der Platz des Diakons und Subdiakons (Kleriker niedrigerer Weihestufen), die früher bei Messen neben dem Zelebranten als Assistenten mitwirkten.
Im Baldachinbereich sind fünf qualitativ hochwertige aus Holz geschnitzte männliche Gestalten mit Musikinstrumenten zu sehen, einer wohl König David mit der Harfe. Sie wollen als Musiker gleichsam auf den Lobgesang im Gottesdienst verweisen. Im Sitzbereich sieht man als Wangenfigur links Christus als Salvator (Retter) mit dem Buch des Lebens. Er ist der, der die Mitte des Glaubens darstellt. Rechts steht Petrus ebenfalls mit Buch (Heilige Schrift) und Schlüsseln (sein Attribut). Diesem galt stellvertretend für die Apostel doch Jesu Wort: „Dir werde ich die Schlüssel des Himmelreiches geben“ (Mt 16, 19). Diese etwas einfacher gestalteten Figuren dürften von einem anderen Schnitzer geschaffen und später hinzugefügt worden sein.
Auf der Rückwand des Zelebrationsstuhls (nur vom Chorumgang aus zu sehen), erkennt man rechts das Wappen des Kölner Erzbischofs Hermann IV. von Hessen (geb. 1449, der „Friedsame“ genannt) mit dem hessischen Löwen, in der Mitte das Kreuz mit den „Leidenswerkzeugen Christi“ und links das Stadtwappen von Kempen. Es ist die früheste Darstellung des Wappens.
Die Kempener stifteten ihrem Landesherrn 1486 dieses Schnitzwerk. Dieser spendete daraufhin ein Glasfenster mit der hl. Ursula oberhalb der Sakristei, das nicht mehr vorhanden ist.
01. August 2023
Das kleine Kempenfenster über dem nördlichen Seitenportal
Dieses ursprünglich als ovales Fenster über der Sakristei der ehemaligen Konvikt - Kapelle des Thomaeum angelegte Fenster konnte nach dem zweiten Weltkrieg in der Kirche in eine rechteckige Bleiverglasung über dem Nordeingang von St. Mariae Geburt eingefügt werden.
Das im Glasbild von Kempen hervorgehobene Burgmotiv weist auf das Thomaeum in der kurkölnischen Burg von 1863 bis 1925 hin. Die auswärtigen Schüler des Gymnasiums wohnten im sogenannten Konvikt, das neben der Kapelle auf dem Donkring-Grundstück stand, wo heute die neue Post ihr Domizil hat.
Das Fenster hat hier in der Propsteikirche einen geeigneten Platz gefunden. Es weist nicht nur den Weg in die Stadt hin, sondern die Stadt wird an diesem Portal zugleich von den eintretenden Gläubigen in die Kirche geholt.
01. Oktober 2023
Fenster der Marienverehrer in der Marienkapelle im nördlichen Seitenschiff
Auch dieses Werk stammt vom Kempener Künstler Heinrich Dieckmann (1890 – 1963). Es ist über dem Gnadenbild Mariens in der eigens gebauten Mariennische zu finden. Zu sehen sind vier Marienverehrer, in deren Nimben die betreffenden Namen zu lesen sind. Unter den Darstellungen finden sich Zitate der Anrufungen aus der „Lauretanische Litanei“, in der Maria im Mittelpunkt steht.
(von links nach rechts):
· Bernhard von Clairvaux: mit einem Wappen zu seinen Füßen, darunter die Anrufung: „Zuflucht der Sünder“;
· Bernadette von Lourdes: sie zeigt mit der linken Hand auf die Marienstatue, darunter die Anrufung: „Heil der Kranken“;
· Dominikus: mit einem Rosenkranz in der linken Hand, darunter die Anrufung: „Hilfe der Christen“;
· Hermann-Josef von Steinfeld: mit einem Apfel in der linken Hand, darunter die Anrufung: „Mutter der Gnade“. Der Apfel in seiner Hand erinnert an die Legende, dass er als Schüler Maria mit dem Kind in der Kirche „Maria im Kapitol“ einen Apfel geschenkt haben soll, den Maria für ihr Kind angenommen habe.
Über den Dargestellten sieht man im Maßwerk eine blaue Lilie (blau ist die Marienfarbe).
01. November 2023
Kriegerdenkmal am Eingang zur Taufkapelle
Dieses große Kunstwerk (H 245 cm, L 305 cm, T 109 cm) des Klever Künstlers Gerd Brüx im Stil des beginnenden 20. Jahrhunderts, ist aus Eichenholz geschnitzt und wurde 1926 in der Kirche aufgestellt. Die Segnung des Denkmals erfolgte durch den aus Hüls stammenden Armeebischof Dr. Heinrich Joppen am 12. Dez. 1926.
Dieses Krieger- und Ehrenmal wurde als Denkmal für die Kempener Soldaten aufgestellt, die im Ersten Weltkrieg gefallenen waren. Auf der zur Kirche hinweisenden Rückwand sind in 16 Feldern deren 259 Namen in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Unter dem Bild steht in großen Lettern ein Wort aus dem Johannesevangelium: „Es gibt keine größere Freude, als sein Leben für die Freunde zu geben“ (Joh 15, 13).
Jesu Leichnam wird von Maria (links) und Johannes (rechts) beweint. Johannes trägt in seinen Händen Nägel und Dornenkrone. Für die vier trauernden Engel im Hintergrund sollen Kempener Kinder Portrait gestanden haben. Das eindrucksvolle Werk bekundet die Betroffenheit über die Gefallenen des ersten Weltkriegs.
01. Dezember 2023
Die Bronze-Glocken im Turm von St. Mariae Geburt
Glocken sind schon seit dem 6. Jahrhundert Teil des Christentums. Irische Mönche trugen kleine Glocken bei sich, mit denen sie auf sich und ihre Glaubens-Verkündigung aufmerksam machten. Später wurden Glocken in Klöstern genutzt, um zu den Gebetszeiten zu rufen. Dann wurde es Brauch, in größeren Kirchen und Kathedralen Glocken aufzuhängen, die zum Kirchgang rufen, aber auch die Tageszeiten regelmäßig angeben sollten.
Im Kirchturm der Propsteikirche gibt es fünf Glocken:
Die älteste ist die Marien-Glocke von 1408 (2.500 kg). Sie trägt eine lateinische Inschrift, übersetzt: „Im Jahre des Herrn 1408 um das Fest der Himmelfahrt der glorreichen seligen Jungfrau Maria bin ich gegossen worden und werde Maria genannt.“ Sie entging der Einschmelzung in den Weltkriegen aufgrund ihres Alters
Die Josefs-Glocke (4.200 kg) aus dem 15. Jh. ist die schwerste Glocke. Sie wurde 1715 wegen eines Sprungs repariert. Ihre lateinische Inschrift lautet übersetzt: „Joseph werde ich genannt. Das Volk rufe ich, die Blitze vertreibe ich.“ In der Glockenwand sind zwei Wappen zu sehen, das des Erzbischofs von Köln und das Stadtwappen von Kempen. Auch diese Glocke entging der Einschmelzung und kam 1947 nach einem „Umweg“ über Hamburg, wohin sie wegen möglicher Einschmelzung gebracht wurde, wieder nach Kempen zurück
Barbaraglocke: (1408 / Umguss 1787 / 800 kg); aufgrund des falschen Grundtones wurde sie schon 1930 dem städtischen Kramer Museum überlassen, wo sie bis 1947 im Innenhof überdacht stand. Als einige Glocken eingeschmolzen wurden, kam sie in den Turm der Kirche zurück
Catharinenglocke (1487): Diese Glocke erfuhr mehrere Umgüsse. Zuletzt wurde sie aufgrund der Disharmonie des Glockenklangs mit dem anderen Geläut 1990 bei Hausen-Mabilon in Saarburg umgegossen. Ihr Gewicht berträgt 1.900 kg. Pfarrer Paul Wallraffen stiftete den letzten Umguss. Diese Glocke wird beim regelmäßigen Angelusläuten am Morgen, am Mittag und Abend geläutet
Die kleine Vesperglocke (1574) hing früher im Vierungstürmchen der Paterskirche bis zur Auflösung des Franziskanerklosters 1974. Sie kam dann auch in den Kirchturm.














