Kunstwerke des Montas 2024
01. Januar 2024
Bild Johannes des Täufers
Dieses Bild der Taufe Jesu durch den Täufer Johannes wurde 1898 von Gerhard Dünner auf Kupfer gemalt und hängt in der Taufkapelle, in der die Kinder getauft werden. Dort, wo auch schon Thomas von Kempen getauft wurde, kann die Gemeinde nachvollziehen, was Jesus selbst an sich geschehen ließ, als er sich von Johannes dem Täufer im Jordan taufen ließ.
Jesus und der Täufer stehen in einer einsamen Flusslandschaft. Das Bild dürfte eine Anlehnung an ein Gemälde von Andrea del Verocchio und Leonardo da Vinci sein, das in den Offizien von Florenz hängt. Dort wird der Künstler wohl eine Abbildung des Werkes gesehen haben.
01. Februar 2024
Die heilige Sippe
Dieses Bild der „heiligen Sippe“ befindet sich in der Mitte der unteren Bildreihe des Kreuzaltars. Darüber befindet sich die zentrale Kreuzszene, die den Namen des Altars bestimmt. Alle Figuren tragen feine Kleidung. Dargestellt sind die drei Töchter der heiligen Anna. Der linken sind zwei und der rechten ein Kind zu geordnet und Maria sitzt direkt neben ihrer Mutter mit ihrem Kind Jesus. Folglich müssten vorne sechs Kinder zu sehen sein, doch aus drei Kindern wurden Anfang des 20. Jh. nach einem Diebstahl der mittelern Kindergruppe die Figuren nachgeschnitzt. Daraus wurden jetzt drei musizierende Engel. Das Bild zeigt die „Familie“ um Jesus, in der das siebte (heilige Zahl) Kind ist.
1969 erfolgte ein weiterer Raub von Einzelfiguren aus der linken Gruppe der Beschneidung, aus dieser Darstellung und dem Marienbegräbnis rechts. Der Schnitzer und Restaurator Wilhelm Hable aus Meerbusch erstellte daraufhin 1971 nach schwarz-weißen Fotos exakte und gekonnte Kopien. Bei der Farbgebung orientierte er sich an den anderen Schnitzbildern. Die Kopien sind so gut, dass vielen Betrachtern der Raub nicht auffiel. Im Februar 2016 wurden in Maria Lach diese und andere Figuren aus rheinischen Kirchen anonym im Klostergarten abgestellt. Nach Recherchen des Bundeskriminalamtes und des Denkmalschutzes konnten die Figuren den jeweiligen Kirchen wieder zugeordnet werden. Inzwischen sind nach fachmännischer Restaurierung die kostbaren Originale wieder hier zu sehen.
01. März 2024
Das große Missionskreuz im Turmraum
Dieses Kreuz erinnert an die „Volksmissionen“, die in regelmäßigen Abständen in der Fastenzeit in den Gemeinden von auswärtigen Ordensleuten gehalten wurden. Es waren vor allem Ordenspriester aus dem Predigerorden der Redemptoristen. Sie hielten sogenannte „Christenlehren“, führten Bußandachten mit anschließender Beichte durch und feierten besondere Gottesdienste mit eindringlichen, oft mahnenden Predigten. Durch diese intensive Unterrichtung der Glaubensinhalte sollte eine Glaubenserneuerung der Gemeindemitglieder bewirkt werden. Gleichzeitig sollten sie dazu motivieren werden, sich auf den Weg des Glaubens und auf die Nachfolge Christi zu besinnen.
Heute gibt es andere Formen in der Advents- und Fastenzeit. Das Kreuz mit dem Gekreuzigten im Turmraum zieht beim Eintritt in die Kirche zuerst den Blick auf den, der der eigentliche Herr ist und durch seinen Tod und seine Auferstehung die Welt erneuert hat.
Die Jahreszahlen der „Missionen“ 1897 / 1907 / 1929 / 1936 und 1951 sind eingraviert. Bis 1960 hing das Kreuz im nördlichen Seitenschiff.
01. April 2024
Das Ewig-Licht an der Säule vor dem Tabernakel im Chorraum (2)
Passend zu den Kar- und Ostertagen, soll dieses Werk gezeigt werden. Die Ewiglichtampel vor dem Tabernakel ist aus Messing und stammt aus dem 19. Jahrhundert. Ein „ewiges Licht“ gibt es auch in Synagogen vor dem Toraschrein und in allen katholischen Kirchen vor oder beim Tabernakel. Es will auf die Gegenwart Christi im Brot hinweisen, das hier im Tabernakel aufbewahrt wird.
Ein Deutewort des Propheten Jesaja dazu: „Bei Tag wird nicht mehr die Sonne dein Licht sein, und um die Nacht zu erhellen, scheint dir nicht mehr der Mond, sondern der Herr ist dein ewiges Licht, dein Gott dein strahlender Glanz. Deine Sonne geht nicht mehr unter und dein Mond nimmt nicht mehr ab; denn der Herr ist dein ewiges Licht, zu Ende sind deine Tage der Trauer“ (Jes 60, 19-20).
Der Brauch des ewigen Lichts kam im 13. Jahrhundert in Europa auf. Er orientierte sich an einem seit dem 3. Jh. gepflegten Brauch der Ostkirche, ein Licht vor der Ikonostase aufzustellen (der Bildwand vor dem Altarbereich). Lichter ließ man auch an den Gräbern von Märtyrer brennen. In der Grundordnung des Römischen Messbuchs heißt es dazu: „Nach überliefertem Brauch hat beim Tabernakel ständig ein mit Öl oder Wachs genährtes besonderes Licht zu brennen, wodurch die Gegenwart Christi angezeigt und geehrt wird.“
Dieses Kunstwerk ist umrandet von acht Einheiten und wird so indirekt zum Hinweis auf den „achten“ und „ersten Tag der Woche“, dem Tag der Auferstehung Jesu Christi. Wenn am Gründonnerstag nach der Eucharistiefeier die Hostien an einen anderen Ort der Kirche gebracht werden, um an die beginnende Passion zu erinnern, löscht man dieses „Licht“. Erst nach dem feierlichen Gloria der Osternacht wird es neu mit der Flamme der Osterkerze vor dem Tabernakel angezündet.
In den frühen Kirchen gab es zudem den Brauch, ein zusätzliches „ewiges Lichts“ in einer Fensternische des Chorraums aufzustellen, damit dieses Licht, das an die Gegenwart Christi erinnert, auf dem die Kirche umgebenden Friedhof sichtbar wurde. Das Licht des Auferstandenen sollte den Toten, aber auch den Trauernden leuchten und an die Verheißung der Auferstehung erinnern. Die heutigen Grablampen erinnern noch an diesen Brauch.
01. Mai 2024
Das Standkreuz vor dem Antonius-Jakobusaltar an der Stirnwand des nördlichen Seitenschiffes
Auf der Mensa des Jakobus-Antonius-Altars steht ein schweres Messingkreuz aus dem 19. Jh. Es ist ohne Fuß 50 cm hoch, mit Fuß 71cm. Das Kreuz steht auf drei drachenartigen Füßen. Über den Füßen sind zwei Wölbungen, die eine filigran und durchsichtig, die andere mit einem kronenartigen Kranz.
Das Korpus am Kreuz misst 23 cm, die ausgebreiteten Arme ebenso. Es ist ein Dreinagelkreuz, wie es damals im neugotischen Stil üblich war. Die Kreuzarme haben eine rautenförmige Grundierung. Die Kreuzarme sind mit rechteckigen Abschlüssen versehen, die mit filigranen Fäden bestückt sind und in der Mitte einen rotschimmernden Edelstein zeigen.
Bei dem Kreuz dürfte es sich um eine Stiftung handeln.
01. Juni 2024
Eine Engelkonsole unter der Christophorus-Figur
Diese ausladende Engelkonsole unter der Christophorus-Figur ist eine später hinzugefügte Arbeit, vielleicht aus dem 19. Jh. Sie ist mit einem dicken Vierkanteisen im Fußboden verankert. Auf dem großen, vom einem Engel getragenen Schild, sind die „fünf Wunden“ Jesu am Kreuz angedeutet: die zwei Nagelwunden, die durchbohrten Hände und Füße sowie in der Mitte das durchstochene Herz.
Dem Gottesdienstbesucher wird damit beim Eintritt in die Kirche in einem eindringlichen Bild gezeigt, worum es in der Feier von Tod und Auferstehung Christi geht: Um die erlösende Hingabe Jesu am Kreuz, die das neue Leben ermöglichte.
01. Juli 2024
Sakramentsbild im Turmraum
Auf diesem dunklen Bild sieht man über einer Monstranz zwei schwebende Engel, die ein Schriftband halten mit der Aufschrift: BENEDICTUM SIXT S.S. SACRAMENTUM ALTARIS (= „Gepriesen sei das Allerheiligste Sakrament des Altares“).
Ein weiterer lateinischer Text in der unteren Hälfte gibt Auskunft über Alter, Zweck und Herkunft des Bildes. Es wurde 1630 von Johannes Gelnius aus Kempen, der Generalvikar in Köln und Dechant des Stiftes St. Apostel und Kapitular Vikar war, gestiftet. Es stellt die Bedeutung des eucharistischen Brotes vor Augen, in dem sich Christus leibhaftig verschenken will.
Die Verehrung des eucharistischen Brotes gewann erst seit dem 13. Jh. an Bedeutung. Dazu gab es eigene sogenannte Anbetungsandachten. In vielen großen Kathedralen wird bis heute immer in einer der Kapellen eine Monstranz mit dem eucharistischen Brot zum stillen Gebet aufgestellt.
Wolfgang Acht
01. August 2024
Türknauf - Das gebundene Einhorn
Diese eigenartige Figur, die als Türknopf genutzt wird, wurde erst bei der Großrenovierung der Kirche in den 90er Jahren des 20. Jh. erstellt.
Die Türe wurde erst eingebaut, als der äußere Eingang zur Michaelskapelle an der Südseite geschlossen wurde. An der „neuen“ Sakristeitüre befindet sich dieser Knauf mit der Darstellung eines gefesselten Einhorns.
Das Einhorn ist ein Fabelwesen von Pferde- oder Ziegengestalt mit einem geraden Horn auf der Stirnmitte. Es gilt als das edelste aller Fabeltiere und ist das Symbol für das Gute, aber auch Zeichen der Jungfräulichkeit und damit auch für Maria, der Patronin der Kirche. Ebenso symbolisiert es Christus, weisen doch die Fesseln an den Beinen auf den Gekreuzigten, das „Lamm Gottes“ hin.
Schon im Alten Testament wird auf ein wildes Tier verwiesen (Num 23,22, Psalm 22,22). Als der hebräische Text im dritten Jahrhundert ins Griechische übertragen wurde, wurde das Wort Wildtier oder Büffel mit Einhorn übersetzt. Ursache für den Irrtum waren vielleicht babylonische Reliefs und Wandmalereien. Noch bis ins 18. Jahrhundert war die Auffassung verbreitet, Einhörner würden in der Bibel erwähnt.
Deshalb wird das Einhorn auch in der bildenden Kunst vielfach verwendet. Die vermutlich älteste Darstellung findet sich in der christlichen Kunst in einem Stundenbuch (Brevier) aus dem 12. Jahrhundert (Kloster Einsiedeln - Schweiz). Dort zeigt eine Miniaturmalerei eine Verkündigungsszene mit Maria, die in ihrem Schoß das Einhorn beschützt. Das Einhorn-Motiv ist auch in Altarbildern zu finden (z. B. Altar im Erfurter Dom 15. Jh.) oder in der Bildhauerei, z. B. im Einhornbrunnen von Prof. Geibel von 1960 in Darmstadt.
Wolfgang Acht
01. September 2024
Die Propsteikirche
Über einige Jahre gehörte das Baugerüst zum Bild beim Blick auf die Propsteikirche dazu. Vor fünf Jahren hatte die umfangreiche Sanierung der Fassade des Kempener Denkmals im Herzen der Altstadt begonnen, die in mehreren Abschnitten umgesetzt wurde. Nun sind die Arbeiten mittlerweile erfolgreich abgeschlossen.
Anlass, die Kirche als Gebäude noch einmal in den Blick zu nehmen.
Nach dem Kempener Vikar und Chronisten Johannes Wilmius (1584 – 1655) wurde der Grundstein für die steingemauerte Kirche um das Jahr 1200 gelegt. Die romanische Kirche war eine "kleine" dreischiffige romanische Kirche. Sie war schon ganz passabel, steht doch der Mittelteil und der Turm heute noch imposant im Stadtbild. Im 14. Jh. kam der Chorumgang dazu und Ende 1490 waren auch die beiden Seitenschiffe angebaut, einschließlich der Marienkapelle für das Gnaden- und Wallfahrtsbild. Die Kirche steht im Mittelpunkt der Stadt. Die farbliche Fassung entspricht der romanischen Stilepoche. Generationen haben an dieser Kirche gebaut, sie gepflegt, genutzt und oft renoviert.
Die Erweiterung konnte aufgrund der gotischen Architektur und deren Grundidee vom aufstrebenden Raum mit großen Fenstern erfolgen. Den zwölf romanischen Säulen des Mittelschiffs wurde der Chorraum mit acht Säulen und ein Chorumgang zwischen 1440 und 1471 hinzugefügt.
Umfangreiche Restaurations – und Sanierungsarbeiten erfuhr die Kirche St. Mariae Geburt dann in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Am 2. März 1945 wurde die Kirche bei einem Bombenangriff kurz vor Kriegsende bis auf den Chorraum schwer beschädigt. Die kostbaren Kunstwerke und Altäre waren ausgelagert bzw. eingehaust worden, sodass sie erhalten blieben.
Die vorletzte grundlegende Sanierung der Kirche erfolgte in den Jahren 1981 – 1993. Im Rahmen dieser Sanierung ist auch der rote Farbanstrich aufgetragen worden.
Dank sei allen gesagt, die sich für die Sanierung eingesetzt und diese unterstützt haben. Denn ohne die große Unterstützung von zahlreichen Freudinnen und Freunden der Propsteikirche wäre diese Maßnahme nicht umsetzbar gewesen.
01. Oktober 2024
Leuchter tragende Engel neben dem Gnadenbild und in der Sakristei
Vier aus Holz geschnitzte Leuchter-Engel, von denen hier zwei gezeigt werden, sind zu erwähnen. Es handelt sich um eine niederrheinische Arbeit von Ende des 15. Jh. Sie tragen schwer wirkende Leuchter mit Zinnenkranz. Sie haben lange, lockige Haare und sind mit Alben und Chormänteln bekleidet. In ihrer Haltung sind sie jeweils als Paare konzipiert.
Zwei von ihnen flankieren das Gnadenbild, die anderen beiden stehen in der Sakristei. Alle vier dürfen ursprünglich dieses Gnadenbild flankiert haben, als es noch an der ersten linken Säule vor dem Chorraum stand. Als die Marienkapelle am nördlichen Kirchenschiff für das Gnadenbild angefügt wurde, bekamen sie ihren neuen Platz.
Wolfgang Acht
01. November 2024
Drei alte Grabsteine im Chorumgang
Nach altem Brauch wird gerade im November der Toten gedacht.
Am Fest Allerheiligen (1. November) gehen die Gläubigen zum Friedhof, um an den Gräbern ein Gebet zu sprechen und diese segnen zu lassen. Am nächsten Tag, dem sogenannte Allerseelentag, werden im Gottesdienst der Gemeinde die Verstorbenen des vergangenen Jahres namentlich genannt.
Da ist es passend, sich die drei Grabsteine im Chorumgang anzuschauen. Bei der Großrenovierung 1850 wurden alle Familiengräber der Kirche beseitigt und auch diese Grabsteine ausgelagert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sie wieder ins Innere der Kirche geholt. Sie sind an der Fensterwand links (1) und zwei an der Wand hinter dem Annenaltar (2/3) angebracht.
Der Grabstein aus Blaustein von 1651 ist Johanna von Eyll, geb. Gastendonck, 12. 10. 1651 gewidmet. Sie war die Frau des bekannten Bürgers Nievenheim, dessen Haus bis heute am Kinderheimwall, Ecke Oelstraße steht. Der Grabstein ist 195 cm hoch und 90 cm breit. Die Wappen der Familie von Eyll und Gastendonk sind umrahmt von Wappen anderer verwandter oder befreundeter Familien.
Der Grabstein von 1682 (Blaustein) ist für den Verstorbenen Ägidius Wilmius, der Schultheiß und Richter des Kölner Kurfürsten in der Stadt und im Amt Kempen, gleichzeitig Vogt zu Hüls und Senior des Kempener Stadtrates war. Die Beschriftung ist leider kam zu lesen. Oben ist ein Wappen mit Helmzier und Krone, einem geteiltem Schild, einem Doppelpfeil und zwei Schlüssel angebracht.
Der dritte Grabstein (Sandstein) erinnert an den am 20. September 1716 verstorbenen Pater Eberhard Nakatenus aus der Gladbacher Benediktinerabtei. Er war 42 Jahre Pfarrer von Kempen. Deshalb ist der Stein geschmückt mit Kelch und Hostie, umrahmt von zwei herabhängenden Blättern. Die Benediktiner aus der Abtei Mönchengladbach waren viele Jahre als Seelsorger im Auftrag des Kurfürsten und Bischofs von Köln in der Pfarre St. Mariae Geburt tätig.
Vor der Kirche finden sich weitere alte Grabsteine an der Nordseite. Sie erinnern daran, dass es ursprünglich auf dem Kirchplatz einen Friedhof gab. In der Zeit der französischen Besatzung (Anfang 19. Jh.) wurde verboten, Tote innerhalb der Stadt zu beerdigen. Ein neuer Friedhof außerhalb der Stadtmauer wurde eingerichtet (heute der „Alte Friedhof“).
Wolfgang Acht
01. Dezember 2024
Rosenkranzfenster - Das Rosenkranzgesätz: "Den Du, o Jungfrau, geboren hast."
Das Hauptbild
Über der Szene der Geburt Jesu hält ein Engel das Spruchband: „Gloria in excelsis deo“ (= Ehre sei Gott in der Höhe). Maria, wieder mit blauem Unter- und weißem Obergewand, kniet mit gefalteten, auf das Kind hinweisenden Händen. Josef steht hinter ihr mit Hirtenstab, bekleidet in rotem Mantel und weißen Untergewand. Vor dem Kind, in einer von einem Strahlenkranz umgebenen Krippe, knien drei anbetende Engel.
Links sind drei Hirten zu sehen, einer hat die Hände gefaltet, der andere trägt einen Stab und ein Lamm, der dritte spielt auf einem Blasinstrument.
Im unteren Teil des Fensters sind zu sehen:
Rechts die hl. Helena mit dem Kreuz (sie soll es in Jerusalem gefunden haben) und links Kaiser Konstantin. Beide tragen weiße Gewänder (liturgischer Gewandung wie beim Weihnachtsfest). Helena und Konstantin stehen für die „öffentliche Geburt“ des Christentums, also für die offizielle Anerkennung des Christentums im römischen Weltreich.
Typologischer Bezug zur Geburt Jesu:
Dargestellt ist in der Mitte die Begegnung Mose mit Gott Jahwe am Dornbusch. Neben ihm sind die Schafe zu sehen, die er für seinen Schwiegervater hütete. Mose zieht gerade seine Schuhe aus. Im Spruchband werden die Worte Jahwes zitiert: „solve calceamentum de pedibus tuis.“ Locus“ = „Ziehe deine Schuhe aus, der Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden“ (Ex 3, 5).
So wird der Zusammenhang zwischen der „Erstbegegnung“ Gottes mit einem Menschen und der „Gottbegegnung“ in Jesus erkennbar. Gott steigt in Jesus Christus erneut herab, wie er es für das Volk Israel tat, um es aus Ägypten zu befreien. Mit Jesus steigt er erneut „herab“, um durch sein Leben, Sterben und Auferstehung alle Menschen zu befreien.
Wolfgang Acht


















