Kunstwerke des Montas 2025
01. Januar 2025
Zwei romanische Konsolen an den Säulen vor dem Chorraum
Die beiden romanischen Konsolen an den vorne gegenüberliegende Pfeilern zeigen zwei Gesichter, bzw. Köpfe. Sie waren ursprünglich Zeichen für die Zuordnung der Gläubigen nach den Geschlechtern: Links der Kopf mit einer Haube und demütig geschlossenen Augen, ein Hinweis für die Seite der Frauen, kamen doch Ehefrauen, wie es früher hieß, mit der Hochzeit „unter die Haube“. Rechts der unbedeckte Kopf, der Hinweis für die Männer.
Nach der großen Renovierung der 90er Jahre, wurden diese Konsolen in der Tradition erzählender Theologie vom Malermeister Günter Krumbach zu biblischen Aussagen umgestaltet. So zeigte nun der linke Kopf mit den verschlossenen Augen und Ohren den „ungläubigen“ Menschen, der sich der frohen Botschaft verschließt, und rechts mit offen Augen und Ohren den für die Botschaft offenen Menschen. Die Deutung wird dadurch verstärkt, dass über dem Kopf links ein Strauß zu sehen ist, der seinen Kopf in den Sand steckt, sowie zwei welkende Zweige, während an der rechten Seite ein aufschwingender Adler und hochwachsende Zweige erkennbar sind.
Wolfgang Acht
01. Februar 2025
Das Thomas-Kapitell
Dieses Kapitell wurde in den 90er Jahren vom Künstler Titus Reinarz gestaltet. Die Thomas-Stiftung-Kiefer hat dieses Werk der Kirche aus Anlass der Großrenovierung geschenkt. Das Thema ist selbstverständlich vom Werk des Thomas von Kempen („Nachfolge Christi“) beeinflusst. Jesus hat durch seinen Tod am Kreuz alle dazu aufgerufen, ihr Kreuz mit ihm zu tragen und ihm nachzufolgen. Deshalb steht das Kreuz in der Mitte. Speer, Kleidung, Würfel und die vier Bücher der „Nachfolge Christi“ erinnern an diese Hingabe Jesu.
Das dargestellte Kuhtor (links) ermahnt zugleich die Kempener, dem Auftrag Jesu zur Nachfolge gerecht zu werden. Dass dieser Auftrag aktuell bleibt, zeigen ein Kartenspiel, ein Auto, eine Fahne und ein Paar, das sich an die Hand nimmt. Sie werden zum Symbol, dass Menschen dem Auftrag Jesu folgen.
Wolfgang Acht
01. März 2025
Alte Kommunionbank vor der Marienkapelle im nördlichen Seitenschiff
Diese 75 cm hohe, 452 cm lange und 30 cm tiefe Bank wurde 1881 – 1882 von dem Kempener Bildhauer Francois Perey gefertigt. Der Entwurf stammt von Heinrich Wiethase, einem Kölner Architekten (1881 / 1882), der auch die alte Kanzel der Kirche entworfen hatte, die im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Heute weist ein Mahnmal an einer der rechten Säulen des Kirchenschiffes auf sie hin.
Diese Kommunionbank stand ursprünglich vor dem Chorraum der Kirche. Sie diente den Gläubigen früher, kniend die Kommunion in Empfang zu nehmen, die ihnen vom Priester in den Mund gelegt wurde. Bei der Umgestaltung des Chorraums 1950 wurde die Kommunionbank als Begrenzung vor die Marienkapelle gestellt.
Wolfgang Acht
01. April 2025
Die vier Marschälle am Sockel des Sakramentshauses
Diese Figuren sind am Sockel des Sakramentshauses zu finden, das als eine Art „Turmmonstranz“ gestaltet ist. Der Kölner Dombaumeister Conrad von der Hallen hat dieses Werk aus Sandstein in seiner Domwerkstatt erstellt. Es wurde 1461 – 1462 für damals 300 Goldmark für diese Kirche gefertigt. Vier Kempener Bürger reisten nach Köln, um den Werkvertrag zu sichern. Das Sakramentshaus ist 7,20 m hoch und steht auf einem fünfseitigen Sockel. Es gliedert sich in einen Fußteil (Schaft) mit fünfeckigen Pfeilern und tiefen Nischen. In der Mitte befindet sich die Tabernakel-Kammer, darüber eine Giebelkrönung mit einem zweistöckigen Strebewerk an der Spitze. Die eingefügten Figuren dürften von unterschiedlichen Bildhauern geschaffen worden sein.
Die sogenannten „Kölner Marschälle“ am Sockel sind, bis auf Quirinus, Pfarrpatrone der umliegenden Pfarren. Es sind, von links nach rechts: Papst Cornelius (mit Tiara und Schriftband; Pfarrpatron von St. Tönisvorst), Bischof Hubertus (mit Hirsch zu seinen Füßen; Pfarrpatron von St. Hubert), Antonius (mit Pilgerstab; Pfarrpatron von Tönisberg) und Quirinus von Neuss (mit Lanze und Schild mit 9 Punkten; Patron von Neuss).
Die vier "heiligen Marschälle" wurden bis zum Ende des 17. Jahrhunderts besonders in der Gegend von Köln verehrt. Urkundlich wurde ihre Verehrung 1478 erstmals bezeugt, soll aber damals schon lange üblich gewesen sein. Diese Heiligen wurden in persönlichen Noteno angerufen und galten als Ergänzung der songeannten "Vierzehn Nothelfer". Galten sie doch als einflussreiche Hofmarschälle im Himmelreich, die besonders nahe an Gottes Thron stehen.
Wolfgang Acht
01. Mai 2025
Die vier Pfarrpatrone
Die vier Pfarrpatrone der ehemaligen Kempener Tochterkirchen: St. Vitus, dessen ursprünglich jugendlich gestaltete Figur gegen eine nicht eindeutig identifizierbare Figur eines älteren Mannes ersetzt wurde.
Weiterhin St. Godehard (Bischofsgewand und Schriftband, Vorst), St. Nikolaus (mit Mitra, Bischofsstab, Schriftband; Schmalbroich) und St. Cyriakus (mit Diakon-Gewand, Buch und kleines Teufelchen, Hüls), zieren und „schützen“ die Tabernakel-Kammer, in der der Leib Christi in Form der Hostien aufbewahrt wird. Ihre jeweilige Blickrichtung ist vom Ort der Tochterkirche bestimmt. Auf diese Weise sind sie Zeichen der über Jahre gewachsenen Verbindung zwischen den Tochterkirchen, die später zu eigenständigen Pfarren wurden.
Seit 2010 sind die Pfarren St. Godehard in Vorst, die Kapelle von Schmalbroich St. Nikolaus, die Pfarre Tönisvorst St. Cornelius und die Pfarre St. Hubertus zu einer „Gemeinschaft von Gemeinden Kempen-Tönisvorst“ zusammengeschlossen. St. Vitus in Oedt gehörte schon früh zum Pfarrverbund der Gemeinde in Grefrath, heute der Pfarrgemeinschaft St. Benedikt zugeordnet.
Wolfgang Acht
01. Juni 2025
Die Trias zentraler Heiliger am Sakramentshaus
Unter dem Ziergiebel des Sakramentshauses, innerhalb dessen die Figur eines gegeißelten Jesus steht, sitzen dem Chorumgang zugewandt Paulus (mit Buch und Schwert), zum Chorraum hin Petrus (mit dem Schlüssel), zum Kirchenschiff hin Maria mit Kind (als gekrönte „Himmelskönigin“). Die Figur Marias ist die einzige noch originale Sandsteinfigur.
Maria ist zentral zum Kirchenschiff angeordnet, ist sie doch die Pfarrpatronin der Kirche. Zudem weist sie durch das Kind auf ihrem Schoß auf den hin, der sein Leben für uns gab und als „Lamm Gottes“ leibhaftig im eucharistischen Brot sich immer neu verschenken will. Petrus ist als der erste Pfarrpatron in Kempen (Patron der St. Petrus Kapelle, die um 1000 n. Chr. gebaut und im 12. Jh. erweitert wurde) dem Chorraum zugewandt. Sein Patronat wurde auf diese Kirche übertragen, die um 1200 errichtet wurde und die in ihrer heutigen Gestaltung Ende des 15. Jh. vollendet wurde. Petrus schaut auf den Chorraum, in dem die zentrale Feier der Christenheit, die Feier von Tod und Auferstehung vollzogen wird. Er war der zentrale Zeuge, der durch Jesus den Auftrag erhalten hatte, seine Brüder und Schwestern zu stärken. Ihm hat Jesus gesagt, dass er ihm und seinen Jüngern die „Schlüssel des Himmelreiches“ anvertrauen will, um die direkte Verbindung zwischen irdischen und überirdischen Leben für die Gemeinschaft der Glaubenden zu übergeben. So wird den Petrusdarstellungen immer als Attribut ein Schlüssel in die Hand gegeben.
Es dürfte kein Zufall sein, dass Paulus, der die Frohe Botschaft in die Welt hinaus getragen hat, hier dem Chorumgang zugewandt eingefügt ist. Denn durch den Chorumgang kamen die Pilger aus dem weiten Umfeld Kempens, die am Gnadenbild im Kirchenschiff vorbeigegangen waren. Er will ihnen gleichsam mitgeben, dass sie, wie er, die Frohe Botschaft in die Welt tragen sollen. Die Pilger konnten auch an der im Chorraum gefeierten Messe indirekt teilnehmen, sind doch die Gitter des Chorgestühls oben offen, so dass man von dort dem Geschehen lauschen konnte.
Wolfgang Acht
01. Juli 2025
Das Thomasfenster hinter dem Orgelprospekt mit Rennaissanceschnitzereien
Wegen des Gedenktages des Thomas von Kempen im Juli soll das „Thomasfenster“ in den Blick genommen werden, das Propst Reuter, der lange leitender Pfarrer war, zum silbernen Priesterjubiläum (1988) geschenkt wurde. Prof. Emil Wachter (1921-2012) entwarf das Fenster und hatte die künstlerische Leitung. Das Fenster befindet sich über der Michaelskapelle hinter dem Renaissance-Orgelprospekt an der Südseite der Kirche.
Die vielen Nuancen in Goldfarbe machen die „göttliche Welt“ sichtbar. Die Antwort des Menschen auf Gottes Entgegenkommen sind die göttlichen Tugenden Glaube (blau), Hoffnung (grün) und Liebe (rot). Im Zentrum sitzt Thomas lesend im blauen Gewand auf einem roten Sitz unter einer Kuppel. Vor ihm sieht man zwei Tauben, die Friedens- und Geisttaube. In seiner Hand hält er sein Werk, die „Nachfolge Christi“. Um seinen Bezug zur Heimatstadt Kempen erkennbar zu machen, sieht man hinter ihm das Kempener Rathaus mit einem Baukran.
Im oberen Maßwerk ist das Lamm Gottes zu sehen, aus der Herzwunde blutend. Sieben Ströme gehen von ihm aus, was an die sieben Sakramente erinnert. Das Lamm trägt ein offenes Buch mit den Worten: „Siehe, ich mache alles neu“ (Off 21,5). Auch die Symbole der vier Evangelisten sind zu erkennen. Neben Lukas ist auch ein Baum zu sehen, wohl Hinweis auf das Gleichnis vom Feigenbaum (Lk 13, 6 ff). Daneben das Symbol des Adlers für Johannes. Man sieht auch das abgeschlagene blutende Haupt von Johannes dem Täufer. Zwei Türme neben Kuppelseiten sollen die Brücke zwischen den Religionen symbolisieren.
Die vier Szenen darunter sind Hinweise auf Jesus Leben und Wirken:
- Jesus (im hellem, zeitgemäßen Anzug), beruft zwei Fischer im Boot (Petrus und Andreas).
- Jesus ruft einen reichen jungen Mann in die Nachfolge, der ihm aber nicht folgt, sondern sich abwendet.
- Jesus trägt das schwere Kreuz auf seiner Schulter.
- Veronika erweist Jesus durch das Schweißtuch einen Liebesdienst.
An der Basis des Fensters sieht man eine dekorative Struktur, die die oben genutzten Farben aufnimmt.
Wolfgang Acht
01. August 2025
Große Kreuzgruppe
Diese Kreuzigungsgruppe besteht aus Sandstein, der Sockel aus Basalt. Sie stammt aus dem 19. Jahrhundert und beeindruckt durch ihre Größe: Der Korpus allein misst 180 cm, die beiden Assistenzfiguren jeweils 170 cm. Die Kreuzgruppe trägt eine Inschrift: „haeC CrUX sol…“ – der restliche Text ist leider zerstört. Auf der Rückseite des Sockels findet sich in Frakturschrift die Inschrift:
„Es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, die Stimme des Sohnes Gottes hören werden. Und es werden hervorgehoben, die Gutes getan haben.“
Ursprünglich befand sich die Gruppe als Hochkreuz auf der Nordseite der Kirche, wo sich bis ins 19. Jahrhundert der Friedhof erstreckte. Nach dessen Auflösung wurde sie an die Südseite der Kirche versetzt.
Die zentrale Figur zeigt Christus am Kreuz, mit leicht geneigtem Haupt, Dornenkrone und einem nach rechts gebundenen Lendentuch. Zu seinen Füßen stehen die trauernde Mutter Maria und der Lieblingsjünger Johannes. Beide Figuren tragen faltenreiche Mäntel: Maria mit Kopfschleier blickt mit erhobenen Händen unter ihrem Mantel zu Christus auf; Johannes mit schulterlangem Haar hat die Hände vor der Brust gefaltet und wirkt ebenfalls tief betroffen.
Die Kreuzigungsgruppe dient heute als am Eingang der Kirche und ist auch von der Peterstraße aus durch eine schmale Gasse gut sichtbar.
Wolfgang Acht
01. September 2025
Die Beweinung Jesu
Dieses Bild ist eine Kopie des Bildes von Anthonis van Dyck, das dieser um 1630 gemalt hat.
Diese Kopie entstand Ende des 18. Jh. Es ist ein beeindruckendes Bild, weil die Szene der Kreuzabnahme und der Aufnahme des toten Christus in den Schoß seiner Mutter mit großer Dramatik dargestellt wurde. Die „schmerzhafte Mutter“, so könnte man sie kennzeichnen, hat ihren Sohn in großer, fast herzzerreißender Traurigkeit, in ihren Schoß aufgenommen. Sie wird von zwei Frauen gestützt, um sie vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Der gestorbene Sohn, der Christus Gottes, liegt tot im ihrem Schoß. Von ihm geht hier keine Kraft mehr aus, er muss nun selbst getragen werden, hatte er doch vorher die Not vieler Menschen mitgetragen und den Jüngern immer wieder eingeschärft, einst selbst ihr Kreuz zu tragen und so in seine Nachfolge einzutreten. Der Gestorbene bedarf hier der Tragfähigkeit der Mutter und der helfenden Frauen. Das Bild lädt den Betrachter dazu ein, die Hingabe Jesus anzunehmen und sich auch zu fragen, wie er heute zum Christusträger werden kann. Denn Jesus hat uns selbst beauftragt, in seine Nachfolge einzutreten, ist er doch zu unsrem Heil gestorben!
Wolfgang Acht
01. Oktober 2025
Die Wurzel Jesse im Annenaltar
Im Mittelbild des Schreins des Annenaltars ist Jesse (Isai), der „Mann Gottes“ und Vater Davids, dargestellt. Aus seinem Schoß wächst der Baum, in dessen Ästen die Könige aus dem Hause Davids zu erkennen sind. Auch Josef zählt zum Stamm Davids, und damit gehört schließlich auch Jesus zu dieser Linie – weshalb er den Beinamen „Davidssohn“ trägt. Vor Jesse sind die „großen Propheten“ dargestellt, die nach dem Ersten Testament Jesaja, Jeremia, Baruch, Ezechiel und Daniel umfassen. Welche Figur jeweils welchen Propheten darstellt, lässt sich jedoch nicht eindeutig bestimmen; ebenso sind die Inschriften auf den Spruchbändern nicht mehr zu entziffern. Von zentraler Bedeutung ist allein, dass der kommende Messias, der Sohn Davids, durch die Propheten im Voraus angekündigt worden ist.
Wolfgang Acht
01. November 2025
Die neugotischen Kerzenleuchter vor dem Zelebrationsaltar
Diese neugotischen Kerzenständer wurden in den 1990er Jahren von Propst Reuter beim Restaurator Coivers in Kevelaer erworben. Sie stehen heute neben dem Zelebrationsaltar beziehungsweise auf der unteren Stufe zum Chorraum. Es handelt sich um sechs Messing-Kerzenständer in drei verschiedenen Höhen (88 cm, 95 cm und 110 cm). Die vier größeren Leuchter sind zusätzlich mit einem Kronenkranz versehen.
Die Kerzenständer stehen jeweils auf sechs runden Knäufen, die von dreieckigen Füßen getragen werden. Ihre Gestaltung greift Formen der gotischen Architektur auf, was sich auch in den insgesamt zwanzig aufgetragenen Fenstermotiven widerspiegelt. An den beiden kleinsten Leuchtern befinden sich im mittleren Bereich kleine Heiligenfiguren, die unter gotischen Baldachinen stehen. Dargestellt sind Maria mit zwei Kindern – Jesus und vermutlich Johannes der Täufer. Im Lukasevangelium (Kapitel 1 und 2) werden die Geburten beider bezeugt.
Weitere Figuren zeigen die heilige Helena mit dem Kreuz, das sie der Überlieferung nach im 3. Jahrhundert in Jerusalem gefunden haben soll, sowie die heilige Elisabeth von Thüringen, die ein Brot in der Hand hält – Sinnbild ihrer Barmherzigkeit und der Hilfe, die sie den Armen zukommen ließ.
Wolfgang Acht
01. Dezember 2025
Die Altartafeln Christi in der Taufkapelle
Der Maler des Ölgemäldes dieser brabantischen Arbeit aus der Zeit um 1520/30 ist unbekannt. Vermutet wird, dass das Bild einst zum heute nicht mehr erhaltenen Salvatoraltar gehörte. Die Bildform lässt sich zudem mit der Retabelform des oberen Bereichs des Jakobus-Antonius-Altars im linken Seitenschiff vergleichen.
Im Vordergrund erscheinen zwei Stifterfiguren: links ein Mann in Amtsrobe sowie eine Frau mit zum Gebet gefalteten Händen, die einen roten Rosenkranz hält. Rechts kniet ein jüngerer Weltpriester im weißen Rochett, in den Händen einen Palmzweig. An der Spitze des in Dreiecksform komponierten Bildes kniet Maria vor dem Jesuskind, begleitet von Engeln. Links steht Josef mit einer Kerze; rechts sieht man ein bäuerliches Paar, das auf die Hirten verweist, die der Überlieferung nach als erste zur Krippe kamen.
Im oberen Teil des Gemäldes gliedern zwei Pilaster drei einzelne Szenen. In der Mitte hält ein schwebender Engel ein Wappen über einer Stadtlandschaft. Das Wappen zeigt links ein goldenes Feld mit Andreaskreuz und rechts drei rote Querbalken. Dessen genaue Zuordnung ist ungeklärt; möglicherweise handelt es sich um das Wappen der abgebildeten Stifter. Links ist die Verkündigungsszene dargestellt: Maria sitzt in einem kleinen, tempelartigen Raum auf einem Stuhl. Oben rechts folgt die Darstellung der Beschneidung Christi. Der Tempel dient hier als Symbol für Maria, die den Gottessohn geboren hat und somit selbst zu einer Art „Tempel“ für ihn wird.
Wolfgang Acht




















