Aktuelles

Pfarrbrief Katholische Kirchengemeinde Nr 41/ 42  

"F.D.P. Für die Propsteikirche" auch nach der Wahl    

 

  Die FDP hat mit Humor auf den Spendenaufruf "F. D. P. - Für die Propsteikirche" im Pfarrbrief reagiert. Anlass war ein Wahlplakat mit unserer Propsteikirche. Von 1968 bis 2001 hatte die Freie Demokratische Partei die Abkürzung mit Punkten als Logo genutzt, erläutert Felix Grams für die FDP in einer Pressemitteilung. „Seit 2001 haben sich viele gefragt, wo die drei bekannten Punkte hinter den Buchstaben bei der FDP geblieben sind. Wir finden, bei dem Spendenprojekt der Propsteikirche sind sie gut aufgehoben." Und nicht nur die Punkte: Auch Plakatwände stellte die FDP zur Verfügung, die nun zu Spenden für die Sanierung aufrufen.

Zur Erinnerung: Infos gibt es unter www.kirchbauverein-kempen.de  

Pfarrbrief Katholische Kirchengemeinde Nr 37/38 

Für Die Propsteikirche!

„Viele Menschen waren erstaunt, als sie vor wenigen Wochen in unserer Stadt auf großen Plakatwänden die Nordseite unserer Propsteikirche abgebildet sahen. Endlich mal ein vernünftiges Wahlplakat! – sollen einige
ausgerufen haben! Andere vermuteten: Die von der Kirche gehen jetzt neue kreative Wege und machen Werbung für den Kirchbesuch!
Tatsächlich. Der Slogan bestätigt das: Deine Heimat. Deine Entscheidung.
Kirche ist Heimat für alle, die auf der Suche nach dem Himmel und einer gerechten Erde sind. Und hierher kommen Menschen, die mit ihrer Entscheidung für Gott die richtige Wahl getroffen haben.


Bei genauerem Hinsehen entdeckten die Vorübergehenden und –fahrenden aber auch, dass das Bild deutliche Schäden am Mauerwerk zeigt. Dreißig Jahre nach der letzten Sanierung beginnt im nächsten Jahr der erste Abschnitt der Erneuerung der Außenfassaden der Propsteikirche. Der Kirchbauverein macht sich für den Erhalt der Kirche, des bedeutendsten Denkmals unserer Stadt, stark und informiert auf seiner Homepage


www.kirchbauverein-kempen.de

über die geplanten Maßnahmen. Sein Spenden-Motto sei allen ans Herz gelegt und war auf den Plakaten gut zu lesen:


F.D.P. = Für Die Propsteikirche!“

 

Rheinische Post vom 13.01.2017

Kempen

Originale und Kopien im Kramer-Museum

Von Heribert Brinkmann
Ab Sonntag sind die 1971 geraubten und 2016 wiedergefundenen Schnitzfiguren aus dem Marienretabel der Propsteikirche St. Mariae Geburt samt der angefertigten Kopien im Städtischen Kramer-Museum ausgestellt. 
 
So nah konnte man ihnen früher nie kommen und auf Augenhöhe jedes Detail begutachten: Fünf Figurengruppen des Marienretabels von 1510-1520, die 1971 aus der Propsteikirche gestohlen wurden. Eine kleine spontane Ausstellung im eigentlich wegen Umbaus geschlossenen Städtischen Kramer-Museum ist ab Sonntag bis zum 12. März diesen Figuren gewidmet. In einer einmaligen Gelegenheit kann der Besucher dabei die Originalfiguren, die aus einer Antwerpener Holzschnitzwerkstatt stammen, und die nach dem Diebstahl angefertigten Kopien des Meerbuscher Holzbildhauers Wilhelm Hable vergleichen. Sie sind in den Vitrinen direkt übereinander angeordnet.
Die Ausstellung befriedigt sicherlich die Neugier, die seit 45 Jahren verschwundenen Originale zu betrachten, dient aber in erster Linie dazu, Spenden für die Restaurierung zu sammeln. In der Ausstellung steht eine Sammelbox, Interessierte können aber auch direkt an die Kirchengemeinde, die Eigentümer der Figuren ist, spenden (Katholische Kirchengemeinde St. Mariae Geburt, DE 69 3205 0000 0011 0018 07, Sparkasse Krefeld, Stichwort "Restaurierung Altarfiguren" oder DE 26 3206 1414 0500 0140 32 bei der Volksbank Kempen-Grefrath, Stichwort "Restaurierung Altarfiguren").
Von Fachleuten wird der Kostenrahmen auf rund 10.000 Euro geschätzt oder vorsichtig auf eine kleinere fünfstellige Summe taxiert. Die Zeit von Januar bis März wird genutzt, um von mehreren Restauratoren Kostenvorschläge einzuholen. Solange bleiben sie vorerst in Kempen und können vor Ort in Augenschein genommen werden.

Für die Restaurierung wird mit etwa drei Monaten gerechnet. Dann kommen sie wieder nach Kempen zurück. Was dann genau mit den mittelalterlichen Figuren passiert, ist noch nicht entschieden, wie Propst Dr. Thomas Eicker erklärt. Es gibt zwei mögliche Alternativen, die die Verantwortlichen der Kirchengemeinde entscheiden müssen. Der eine Weg wäre die Einsetzung der gestohlenen Original-Figuren an ihren alten Plätzen im Marienretabel in St. Mariae Geburt. Der andere Weg führt zurück ins Kramer-Museum. Die Kirchengemeinde könnte sie als Leihgaben dem Museum in Obhut geben. Das könnte sich Museumsleiterin Dr. Elisabeth Friese durchaus vorstellen. Dagegen würde sie die Kopien aus dem Jahr 1971 nicht in die Ausstellung aufnehmen - nicht weil sie schlecht sind, sondern weil es moderne Kopien in einer Sammlung original mittelalterlicher Kirchenkunst wären. Verschwinden die Kopien, die Wilhelm Hable mit außerordentlichem Einfühlungsvermögen nach Schwarz-Weiß-Fotos erstellte, in einem Depot?
Wie Propst Eicker weiter ausführt, ist die Restaurierung aber nicht nur eine Frage des Geldes. Vielmehr müsse mit den Fachleuten vom Bistum Aachen und den Denkmalbehörden geklärt werden, in welchem Rahmen die Restaurierung erfolgt. Wird der beschädigte Originalzustand belassen oder kann auch ergänzt werden? Bei der Figurengruppe der hl. Sippe fehlt dem Kind vor Maria Salome der linke Arm, den es auf den Arm der in einer Bibel lesenden Mutter legt. Auch der Stecken vom Steckenpferd ist abgebrochen. Bei den Aposteln fehlt ein halber Rosenkranz und die Flamme auf der Pilgerkerze, die jetzt wie ein Wanderstab wirkt. Wer in die Propsteikirche geht, wird das Marienretabel im Südlichen Seitenschiff verschlossen finden - wie sonst nur während der Fastenzeit.
 

FOTOS: Wolfgang Kaiser; Heribert Brinkmann
 
Quelle: RP vom 13.01.2017

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